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Überfall auf Ritter Sport

Hier ein kleiner Bericht von unserem Treffen mit Alfred Ritter, dem Inhaber von Ritter Sport, den wir beim Lauf unangekündigt in der Firmenzentrale überfallen haben:

Eine Gruppe schwitzender, lehmverschmierter Gestalten betritt mit großen Rucksäcken das Firmengelände von Ritter Sport und steuert zielstrebig auf den Empfang zu. Die freundliche Dame dort vermutet als erstes wir hätten uns verlaufen. Schnell klären wir den Irrtum auf: „Wir laufen nach Berlin, sind vor drei Wochen in Freiburg gestartet und besuchen unterwegs Universitäten, Schulen, Politiker, Bauern und Unternehmer, weil wir etwas in der Gesellschaft bewegen möchten. Wir würden gerne den Firmeninhaber Alfred Ritter sprechen.“ Es folgt eine kurze, ungläubige Pause. Ich frage mich in diesem Moment, ob wir vielleicht doch ein bisschen zu verrückt und spontan sind… „Wie stellen Sie sich das vor? Herr Ritter ist über Monate ausgebucht, das ist unmöglich.“ Kurz darauf kommt Frau Haftstein, mit der wir schon in Kontakt waren, zu uns. Auch sie hat eigentlich gerade keine Zeit für uns, aber nach 5 Minuten Gespräch meint sie, dass die anderen Dinge jetzt einfach mal warten müssen. Wir erzählen von unserer Motivation, davon, wie absurd einem beim langsamen Laufen die Geschäftswelt, Exceltabellen und andere Dinge erscheinen. Wie schön es ist, das alles was man zum Leben braucht in einen Rucksack passt! Frau Haftstein setzt sich einen unserer Rucksäcke auf und Michi fragt: „Was würden Sie tun wenn Sie nicht scheitern könnten und Geld keine Rolle spielen würde?“ Frau Haftstein überlegt lange-„Vielleicht würde ich noch mal was ganz Neues machen, etwas mit Kunst oder Musik…“ Nach einer dreiviertel Stunde meint sie dann plötzlich: „Also gut, ich schau mal, ob Alfred Ritter kurz Zeit hat, aber macht euch mal keine großen Hoffnungen. Was soll ich ihm denn erzählen, wer ihn gerne sprechen möchte?“ -„Sagen Sie einfach, am Empfang wartet die Keimzelle einer neuen Gesellschaft auf ihn.“ Wir lachen dabei, denn wir sehen nicht aus wie eine Keimzelle, sondern eher wie eine Herde verdreckter, stinkender Mufflons. Während wir warten, vertreiben wir uns die Zeit mit albernen Spielen. Wir lachen so laut, dass das ganze Haus wackelt. Vielleicht hat Alfred Ritter uns gehört, denn kurz darauf steht er vor uns. Ein freundlicher Herr, der eine große Ruhe ausstrahlt und überhaupt nicht wie ein Manager wirkt. In der Hand hält er einen riesigen Stapel Schokolade. Er stellt viele Fragen, lässt sich erzählen was uns antreibt und was wir tun. „Rauskommen aus dem System, eigene Gedanken und Ideen entwickeln, das ist sehr gut! Ich war als junger Mann eine Zeit in Indien, das hat mir sehr gut getan.“ Als wir von unseren spontanen Schulbesuchen erzählen, erwähnt er nebenbei, dass er am nächsten Tag eine Grundschule besuchen wird, um den Kindern Märchen vorzulesen! Für uns sind das überraschende und auch unerwartete Einsichten. Wir sprechen über Wirtschaft und einige unserer Projektideen. Spontan äußert er dazu: „Das gefälllt mir, denn viel zu oft wird vergessen, das Wirtschaft für den Menschen da ist und nicht umgekehrt.“ Er spricht auch von moralischen Grenzen („Schokolade ist ein vertretbares Produkt, auch ökologische Dämmstoffe oder Solarzellen. Da kann ich dahinter stehen. Waffen würde ich nicht machen…“)

Ich freue mich. Darüber, dass Alfred Ritter seine persönliche Seite zeigt. Darüber, dass er sich so spontan mit uns trifft. Und darüber, dass wir einem Menschen begegnet sind, der mit uns fühlt und denkt.

In der Nachbesprechung diskutieren wir Kontrovers über Glaubwürdigkeit, Konzerngrößen und über die Frage, ob es nicht sinnvoll gewesen wäre mit einer konkreteren Vorstellung auf ihn zuzugehen.

Das Treffen bleibt in guter Erinnerung und ist hoffentlich ein erster Schritt der noch positive Folgen haben wird.

Die drei Kilo Schokolade verputzen wir in zwei Tagen und kommen so über manchen Berg 😉

Alfred Ritter mit einem unserer Wanderrucksäcke:

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Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Ich überlege gerade – sehr spontan – ob ich eine Wandertruppe für“ weltbewegende“
    Oldies (ich selbst 70) – inszenieren sollte . Wäre doch einfach toll, Euch Funkenfliegern nachzueifern.

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