Das Schulstreik-Camp – Ein Lernwandellabor

Was würde passieren, wenn Schüler und Studenten beginnen ihre Wünsche von einer zukunftsvollen Gesellschaft und selbstbestimmten Bildung selber zu leben? Wenn sie einfach loslegen und die notwendigen Schritte für eine urenkeltaugliche Gesellschaft selber gehen? Wenn sie die Vision eines selbstbestimmten Lernortes, an dem sich mit sinnvollen, drängenden und lebendigen Fragen auseinandergesetzt wird und wo das getan wird, was sonst nur gefordert wird, einfach umsetzen?

Mit dem Schulstreik-Camp werden wir zwei Wochen lang Antworten auf diese Fragen leben. Wir wollen nicht nur protestieren, sondern einfach selber etwas tun. Wir wollen daran forschen, wie eine selbstbestimmte Lernkultur und ein zukunftsvolles Handeln aussehen kann und gleichzeitig ein Zeichen setzen, wie weit die Gesellschaft und das heutige Schulsystem, von einer Kultur der Selbstbestimmung, Zukunftsfähigkeit und zwischenmenschlichen Schönheit entfernt ist. Wir wollen uns selber auf den Weg machen, um herauszufinden, was es für eine sinngefüllte, gemeinschaftliche und lebensfrohe Gesellschaft braucht, in der auch unsere Ur-Enkel noch die Schönheit der Welt bestaunen können.

Mehr über unsere Gründe und die Haltung zum Schulstreik-Camp erfährst du in dem Text: Der Dämon im Schulsystem

Konkrete Infos zum Schulstreik-Camp:

Ort und Zeit:
Das Schulstreik-Camp findet vom 17.-30. Juni in der Sudbury Schule Ammersee in der Nähe von München statt. Die Schule steht derzeit leer und stellt uns ihre Räumlichkeiten für das Schulstreik-Camp zur Verfügung, sodass Küche, Bibliothek, Wiese, mehrere Lern- und Schlafräume und alles was wir sonst noch brauchen, vorhanden ist.

Es ist möglich auch nur für einen Teil der Zeit beim Schulstreik-Camp dabei zu sein. Da zu viel Kommen und Gehen anstrengend ist, bitten wir darum nicht für einen halben Tag oder so zu kommen, sondern zumindest ein paar Tage einzuplanen. Wenn es dann doch nicht passen sollte, ist mensch natürlich jederzeit frei, früher zu gehen.

Wie wird das Camp aussehen?
Auf dem Camp wollen wir eine zukunftsfähige Bildung schaffen. Wir glauben, dass dies nur möglich ist, wenn alle Beteiligten freiwillig, selbstbestimmt und gemeinsam diese Bildung gestalten. Darum passiert auf dem Schulstreik-Camp vor allem das, was die Anwesenden wollen und machen.
Wir wünschen uns, dass eine lebendige Atmosphäre entsteht, in der Menschen endlich dem nachgehen können, was sie schon immer interessiert, Neugier und die Begeisterung wachsen, neue Ideen entstehen und verrückte Aktionen geplant und durchgeführt werden. In der aber auch Ausruhen, „Nichts-Tun“ und Langeweile erlaubt ist und in der genauso viel Herumgealbert wird, wie ernste Gespräche über wichtige Fragen geführt werden. Eine Atmosphäre, in der auch Schmerz, Trauer und Wut da sein darf, sich jeder wohlfühlt und so sein darf, wie er oder sie ist.

Die Struktur wird sich ungefähr am Prinzip des Open Space orientieren. Jeden Morgen werden wir zusammenkommen und erfahren, was es für Möglichkeiten und Angebote für den Tag gibt. Einige Dinge dafür werden wir schon vorher geplant und organisiert haben. Hier hat aber auch jeder die Chance noch spontan Ideen und Angebote einzubringen. Abends werden wir hören, was den Tag über passiert ist und in kleineren Gruppen Reflexionsrunden machen, wie wir den Tag erlebt haben und wie es uns geht.
Ein paar Ideen, was passieren könnte:

  • Workshop: Gewaltfreie Kommunikation
  • Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Klimawandel
  • Forschungsgruppe Bildung der Zukunft
  • Workshop: Akrobatik und Jonglage
  • Workshop: Politische Aktionskunst. Wir überlegen uns verrrückte Aktionen und setzen sie gleich um. Vielleicht basteln wir das größte Fundmüll-Monster aller Zeiten und stellen es vor den Landtag.
  • Ideenschiede, Projektwerkstatt: Was können wir wirklich sinnvolles tun, um einer lebenswerten Zukunft näher zu kommen? Wir entwickeln längerfristige Projekte. Vielleicht gründen wir z.B. ein Jugendministerium, dass von nun an eigene sinnvolle Richtlinien für ein nachhaltiges Handeln entwirft und mit kunstvollen Aktionen Firmen zur Umsetzung zwingt.
  • Schulstress Sanatorium
  • Raum der Langeweile
  • Workshop: Permakultur
  • Den Lebensgeschichten von älteren Menschen lauschen
  • Moderationsschulung: Wie arbeiten wir in selbstbestimmten Gruppen effektiv zusammen
  • Austausch darüber, was einen wirklich bewegt, berührt, begeistert, schmerzt
  • Baden im Ammersee
  • Und alles was uns sonst noch einfällt und was wir sinnvoll finden

Planung:
Im Vorhinein wollen wir in mehreren Planungstreffen gemeinsam erträumen, wie eine selbstbestimmte und sinnvolle Bildung aussehen kann. Auch werden wir Workshops und Angebote planen, die nicht erst spontan entstehen können und das Camp so vorbereiten, dass ein lebendiges Lernwandellabor entstehen kann. Alle Schüler, aber auch Lehrer oder (Lehramts-)Studenten sind eingeladen zu den Planungstreffen zu kommen und das Camp mit zu erträumen und vorzubereiten. Aber auch wenn du nur direkt zum Schulstreik-Camp kommst wirst du noch viel Raum finden, um dich und deine Ideen einzubringen.

Anmeldung:
Wenn du zum Schulstreik-Camp kommen willst dann schreib bitte eine kurze Mail an schulstreikcamp[äätt]funkenflug[punkt]de. Bitte gib an von wann bis wann du da sein wirst. So können wir mit Essen und Übernachtung leichter planen. Auch kannst du hineinschreiben, wenn du bestimmte Ideen oder Wünsche für das Schulstreik-Camp hast oder weißt, dass du selber einen Workshop oder ähnliches anbieten willst. Dann können wir das in die Planung mit aufnehmen. Wir freuen uns auf dich.

  • Funkenflug
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