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Über das Mutigste, was ein Jugendlicher heute tun kann – radikale Schulkritik

Es stimmt mich traurig, wenn überall, wo wir vorbeikommen, Schüler weniger Hausaufgaben wollen, Lehrer sich kleinere Klassen wünschen, Eltern mehr Geld für Bildung fordern und Politiker über G8 oder G9 streiten. Es ist nicht so, dass ich ihnen ihre Wünsche absprechen will, aber ich glaube einfach nicht mehr, dass diese Dinge, die wirklich wichtigen sind. Ich glaube, dass die wirklich wichtigen Fragen nicht jene sind, über die heute gestritten wird, sondern jene, an die wir nicht einmal denken, weil wir uns so an sie gewöhnt haben, dass wir sie als selbstverständlich voraussetzten.
Natürlich ist es seltsam,
– dass die Schule den Stoff in 45 Minuten aufteilt. Dass Schüler sich 45 Minuten für den Aufbau von Zellen begeistern sollen und dann, wenn sie vielleicht gerade angefangen haben sich dafür zu begeistern und sie jetzt freiwillig fünf Stunden weiterforschen würden, sie sich plötzlich für die Weimarer Republik interessieren sollen.
– dass Schüler ständig still sitzen sollen, was dem Bedürfnis eines Kindes völlig widerspricht, den Rücken und die Haltung schädigt, uneffektiv fürs Lernen ist und einen nicht verwundern lässt, wenn es immer mehr hyperaktive und übergewichtige Kinder gibt.
– dass der Schulunterricht fast ausschließlich drinnen stattfindet, als ob es nicht auch Möglichkeiten gäbe draußen oder bei Ausflügen zu lernen.
– dass die meisten Schulgebäude so trostlos aussehen, statt die Schulen wie Lebensräume zu gestalten. Schließlich verbringen die Schüler den Großteil ihres Tages darin. Überhaupt könnte man solche Räumlichkeiten viel mehr zu einem Zentrum sprudelnder gesellschaftlicher Aktivitäten machen, die auch außerhalb der Schulzeiten genutzt werden.
– dass Zusammenarbeit fast überhaupt nicht gefördert wird, es fast immer darum geht, die Dinge alleine zu machen und dass Zusammenarbeit bei den Klausuren sogar verboten ist, damit die Kinder ja nicht die Erfahrung machen, dass man durch Kooperation, die Leistung verbessern kann.
– dass die Kinder im Alter von zehn Jahren, gemäß ihrer Leistung in zwei oder drei Einrichtungen aufgeteilt und gesondert weiter unterrichtet werden.
– dass die Kinder nach Alter sortiert werden, eine Aufteilung, die sich vor oder nach der Schule nirgends so finden lässt.
– dass immer noch zum größten Teil Frontalunterricht stattfindet und es größtenteils um Wissensvermittlung geht. Wissen, von dem man nach der Schule vieles nie wieder braucht.
– dass die Tests direkt geschrieben werden, nachdem ein Thema behandelt wurde, wo es doch viel sinnvoller wäre, sie ein halbes Jahr später zu schreiben, wenn man weiß, was davon noch hängengeblieben ist.
– dass viele Schüler fünf Jahre lang Französischunterricht hatten und danach oft kaum einen Satz Französisch sprechen oder dass sie zwei Jahre nach dem Abitur das Meiste davon wieder vergessen haben.
– dass alle so tun als ob es ein allgemeines, objektives Verfahren gäbe, mit dem man die Tätigkeiten eines Menschen in einen Maßstab von unterschiedlich vielen Zahlen einordnen könnte. Ich habe noch keinen Menschen getroffen, der tatsächlich behauptet, dass es ein solches Verfahren geben würde.
Bei den einfachsten Dingen, wie dem Weitwurf eines Balles, mag es vielleicht noch möglich sein, einen vergleichbaren Maßstab zu entwickeln, doch spätestens bei dem Schreiben eines Aufsatzes oder dem Malen eines Bildes ist dies völlig unmöglich. Ganz zu schweigen von den komplexen Tätigkeiten, die wir tatsächlich im Leben ausüben.
Jeder weiß, dass die Noten von einer Vielzahl von Umständen abhängen, die nichts mit der Leistung zu tun haben. Lehrer, Klasse, Sitznachbar, Bundesland, Elternhaus sind nur einige wenige. Das gesamte Benotungsverfahren beruht also auf einer Annahme, von der jeder weiß, dass sie nicht stimmt.

Aber dies alles, ist nicht Thema dieses Textes!

Ich möchte lieber fragen, was überhaupt der Sinn hinter einem allgemeinbildenden Abschluss ist. Entsteht der größte Teil des Wissens in einer Gesellschaft nicht durch den Austausch zwischen Menschen. Für einen möglichst hohen Wissensstandart braucht man Menschen, mit unterschiedlichstem, vielfältigem Wissen und eine möglichst lebendige, interaktive Kommunikation. Ich erkenne einfach keinen Sinn darin, wenn alle das Gleiche wissen.
Ich möchte fragen, ob man durch das Üben an ausgedachten Problemen überhaupt lernt, reale Probleme zu lösen. Wieso sind alle Aufgaben in der Schule nur Übungen, nur Spiele und keine Aufgaben, die einen wirklichen Sinn haben? Wieso können viele Schüler nach der Schule nicht einmal die Grundfertigkeiten, die man zum täglichen Überleben braucht, wie z.B. Wäsche waschen, kochen oder putzen? Wieso müssen die Schüler ihre Schule nicht selber putzen? Was ist das für eine komische Methode, dass man in der Schule mit einer bedrückenden Ernsthaftigkeit an eigentlichen Spiele übt, statt spielerisch Ernstfälle anzugehen? Wieso stehen Arbeit und schulische Ausbildung in Konkurrenz zueinander, wo doch Lernen viele Jahrhunderte lang im Einklang mit produktiver Tätigkeit stand?
Ich möchte fragen, wer entscheiden darf, was gelernt werden soll. Sollen die Kinder lernen, was die Älteren für wichtig halten, damit sie an der gleichen Welt weiterbauen oder ist es möglich, dass wir die Erfahrungen der Älteren nur nutzen, um die Wünsche der nächsten Generation zu verwirklichen? Und verpassen die Kinder nicht das wichtigste, was man lernen kann, wenn Inhalt und Methode immer vorgeschrieben ist? Selbstorganisation, Selbstbestimmtheit, Eigeninitiative: Den Umgang mit der menschlichen Freiheit.
Ich möchte fragen, ob es gut ist, dass der Staat die Bildung organisiert, finanziert und kontrolliert. Alleine die Tatsache, dass es einen staatlich anerkannten Bildungsweg und staatlich anerkannte Abschlüsse gibt, teilt die gesamte Welt des Lernens in zwei Bereiche. Es gibt bestimmte Methoden, Orte, Lehrer, Zeiten und Inhalte, die der Staat anerkennt. Wenn ich nur in einem dieser Dinge abweiche, ist das Gelernte nichts wert. Ich kann das gleiche Wissen und die gleichen Fähigkeiten haben, doch ohne das staatliche Abitur darf ich nicht studieren. Es geht also darum ein bestimmtes Verfahren durchlaufen zu haben und nicht darum ein bestimmtes Können zu haben. So werden wir geschult Mittel und Ziel zu verwechseln. Wir verwechseln Schule mit Bildung. Wir glauben, dass mehr Schule zu mehr Bildung führt, dass 13 Jahre Schule mehr wert sind als 10 Jahre und wenn wir das erst akzeptiert haben, dann glauben wir auch, dass mehr Geld zu mehr Bildung führen könnte. Ich glaube, dass schon viel zu viel Geld für eine Schule ausgegeben wird, die nicht bildet, sondern die Grundlagen von Bildung (Neugier, Selbstbestimmung, Begeisterung) eher zerstört.
Es gäbe auch Möglichkeiten, dass der Staat die Bildungsmöglichkeiten der Menschen unterstützt ohne sie zu kontrollieren. Eine Möglichkeit wäre die Einführung von Bildungsgutscheinen: Jeder Mensch bekommt zu seiner Geburt oder monatlich vom Staat Gutscheine ( Z.B. im Wert dessen, was der Staat heute für die Bildung eines Menschen ausgibt, also ca. 90.000 Euro, evtl. noch gestaffelt nach Einkommen der Eltern und Zuschlägen bei Behinderungen) und jeder kann dann selber entscheiden, ob er damit eine Schule besucht, Bücher kauft oder nach Spanien fährt um Spanisch zu lernen.
Ich möchte nicht nur kritisieren, dass Noten mehr oder weniger willkürlich sind sondern fragen, wer überhaupt das Recht hat Maßstäbe fest zu legen. Wer entscheidet, was Rechtschreibung ist und was korrekte Grammatik und korrekte Ausdrucksweise ist? Wieso werden diese Fächer gemessen und wieso soll überhaupt die Leistung gemessen werden und gibt es nicht viele andere Dinge, die auch wichtig sind?
Ich möchte fragen, wie es sein kann, dass eine solche absurde Schule überhaupt noch existiert. Ich glaube nicht, dass es in der Schule vor allem um Wissensvermittlung geht. Wenn es in der Schule, nur darum ginge Wissen in die Köpfe der Kinder zu stopfen, dann wäre sie längst abgeschafft.
Es ist schon ein wirklich seltsames, beinahe groteskes Verfahren, dieses Schulsystem:
Wir verbringen 9-13 Jahre an einem Ort, still sein müssen, wenn wir laut sein wollen, sitzen müssen, wenn wir aufstehen wollen, gehorchen müssen, wenn wir ausbrechen wollen, übermüdet unseren Rücken schädigen und unsere Neugier zerstören lassen, um in der Gesellschaft mehr wert zu sein und bessere Rechte zu haben. Und jetzt wird es wirklich spannend. Steht das Faktum, dass Menschen mit höherer Schulbildung mehr wert sind, nicht im totalen Gegensatz zu den öffentlich anerkannten Werten?
Überall haben Menschen mit höherem Bildungsabschluss mehr Rechte, verdienen mehr und dürfen bestimmte, den Anderen vorenthaltene Berufe ausüben. Wir werden nach Maßstäben, die wir uns nicht ausgesucht haben und mit Methoden bewertet, die ähnlich willkürlich sind und wenig über unsere tatsächlichen Fähigkeiten aussagen, wie die Abstammung von einem Adelsgeschlecht, um dann mit dieser Bewertung in die moderne Ständeordnung einsortiert zu werden.
Es ist also nicht der Glaube an die Demokratie und damit an die Gleichberechtigung der Menschen, der, wie so oft behauptet, den höchsten Wert in unserer westlichen Welt darstellt! Nein, es ist der (Aber-) Glaube an die staatliche Bildungsmaschinerie, die, wie zu Feudalzeiten, die Menschen in unterschiedliche Stände einsortiert. Der Glaube daran, dass einige Menschen aufgrund bestimmter, willkürlicher Merkmale mehr wert seien und mehr Rechte haben sollten, ließ sich nicht so schnell mit der Abschaffung des Adels verbannen. Wir huldigen diesem Glaube auch heute noch, wenn auch das Ritual der Schulbildung, dies in effektiverer und subtilerer Weise tut.
Das ist der wirkliche Grund, warum Eltern ihre Kinder zur Schule schicken und Jugendliche weiterhin zur Schule gehen. Wir lernen die Dinge in der Schule nicht, weil wir sie brauchen und die Schule sie so gut vermittelt, sondern, weil wir nach 13 Jahren still sitzten und Dinge tun, die andere vorgeben, ein modernes Ritual des Erwachsenwerdens, eine „Reifeprüfung“ bestanden haben, die uns einen höheren gesellschaftlichen Wert gibt.
Ich wünsche mir, dass es bald genauso unhöflich ist, einen Menschen nach seinen staatlichen Bildungsabschlüssen zu fragen und zu beurteilen, wie es unhöflich geworden ist einen Menschen nach seiner Religion, seinen sexuellen Vorlieben oder seiner gesellschaftlichen Herkunft zu beurteilen.
Dass die Reaktionen auf die bewusste Entscheidung gegen das Abitur besonders heftig sind, das hat einen guten Grund. Denn die Ablehnung der staatlichen Abschlüsse ist eine Ablehnung, ja eine Auflehnung, gegen die Grundwerte unserer Gesellschaft. Man stelle sich nur einmal vor, was passieren würde, wenn immer mehr Jugendliche sich zu diesem Schritt entschließen würden. Die gesamte Bildungsmaschinerie, würde wie ein Kartenhaus zusammenfallen, weil die einzige Belohnung, die es verspricht, nichts mehr wert wäre.
Die staatlichen Abschlüsse abzulehnen und einen eigenen Abschluss zu schaffen, ist wohl das Schwierigste und Stärkste, was ein Jugendlicher heute machen kann, weil der damit dem gesamten Wertemaßstab der Gesellschaft widerspricht.

Schließlich möchte ich fragen, warum es überhaupt eine Schule braucht.
Genauso fest, wie der Glaube an die Objektivität von Noten, hält sich der Glaube an die Notwendigkeit von Schule und Erziehung, trotz aller widersprechenden Tatsachen.
Überall meinen Lehrer und Erzieher das Selbe zu tun, wie Eltern seit tausenden von Jahren, dabei ist ihre Tätigkeit etwas völlig anderes.
Die Vorstellung vom Menschen als erziehungsbedürftiges Wesen ist eine völlig neue, die erst mit der Neuzeit entstanden ist. Wir haben damals die Erziehung abgegeben, an professionelle Erzieher und ein Bildungssystem und inzwischen haben wir uns so daran gewöhnt, dass der Mensch abhängig ist von den moderen Institutionen wie Schule , dass wir nicht mehr daran glauben, dass die Menschen in der Lage sind sich eigenständig zu bilden. Und mit eigenständig meine ich nicht alleine, sondern ohne ein professionelles Expertentum. Ich meine den Unterschied zwischen dem Hineinwachsen in eine Gesellschaft und dem Erzogenwerden für eine Gesellschaft. Zwischen einem künstlich geschaffenen Zwang und dem Bestehen natürlicher Notwendigkeiten. Darum geht es mir, nicht um antiautoritäre Erziehung.
– Wir brauchen heute die Schule, weil ein natürliches Hinwachsen in die Gesellschft nicht mehr möglich ist. Weil es keine bildungsreiche Umwelt mehr gibt, keine Eltern oder Großeltern, die Zeit haben, keine kinderfreundlichen Berufe.
– Wir brauchen die Schule, die einen Raum voller künstlicher Zwänge schafft, weil es in unserer hochspezialisierten, technischen, arbeitsteiligen Gesellschaft keine natürlichen Notwendigkeiten mehr gibt.
So wie Prostitution Ersatz ist, in einer gehemmten Gesellschaft, so ist auch die Schule Ersatz in einer Umwelt, in der Kinder ihre Bildung nicht durch das Hineinwachsen in eine Gesellschaft erfahren. Ja, es braucht die Schule, für die Kompensation der, von den Kindern erlittenen, Umweltschäden. Und ja, es braucht professionelle Erziehung, um in der heutigen Umwelt leben zu können.
Die Frage ist, ob wir in einer Welt leben wollen, die der professionellen Erziehung bedarf.
Können wir nicht eine Umwelt schaffen, in der Kinder bei unseren täglichen Aufgaben dabei sein können? Können wir nicht ein Angebot schaffen, von Möglichkeiten und Räumen, des Forschens und Entdeckens, Räume, die das Zentrum menschlichen Lebens und Austausches sind, an denen Kinder und Großeltern gemeinsam Ideen für die Zukunft entwickeln und umsetzten. Wir brauchen ein Netzwerk von Lehrern und Mentoren, die man sich selber wählen kann und die gleichzeitig ihren Beruf ausüben. Wir brachen ein Netzwerk, wo man Mitstreiter findet, die der gleichen Frage nachgehen. Können wir Möglichkeiten schaffen, die nur ein Angebot, nur eine Unterstützung sind, die nicht manipulativ sind und die Eigenverantwortung und Selbstständigkeit bei den Menschen lassen? Wie müsste eine Umwelt aussehen, in der Kinder und Jugendliche ihre Bildung erfahren als Nebenprodukt von produktiver Tätigkeit? Uns zwar in einer Welt mit Computer, Internet und Arbeitsteilung.
Was mich ängstig ist die Phantasielosigkeit, die keine andere Möglichkeit sieht, als die Wahl zwischen Pest und Cholera: Die aktuelle Welt weiter führen oder eine Rückkehr ins Mittelalter. Ich glaube fest daran, dass es eine Möglichkeit geben muss, die wirklichen Erfindungen und Errungenschaften zu nutzen, ohne ein komplexes institutionelles System, dass die Menschen entmündigt. Dass die Menschen autonom und subsistent leben können, ohne die Mühen, der vorherigen Jahrhunderte. Dass echte, vielfältige Bildung möglich ist, ohne ein professionelles Schulwesen, dass mir die Verantwortung abnimmt, mich eigenständig und selbstbestimmt zu bilden.

-von Emil

PS: Über viele der Dinge hätte ich wohl viele, viele Seiten schreiben können und auch müssen, um sie wirklich dar zu stellen. Viele Dinge habe ich auch überspitzter und einseitiger dargestellt, als ich das tatsächlich sehe. Es ging mir eher darum, solche Fragen überhaupt mal in den Raum zu stellen und denkbar zu machen.

Kommentare (37) Schreibe einen Kommentar

  1. DANKE!

    Ich freue mich immer wieder, wenn ich junge Menschen erlebe, die in einem Alter, in dem ich noch so oberflächlich dachte und als Zappelfillip und Classenclown auffiel, so zukunftsorientiert, so sozial und ökologisch denken.

    Wir suchen genau das mehr und mehr vorzuleben, von dem du sprichst. Dafür haben wir uns so weit es geht aus dem System hinausgezogen. Denn nur so können wir so oft, so langanhlatend und so umfassend wie möglich unseren Kindern auf Aufgenehöhe begenen und an Stelle von Erziehung Beziehung setzen.

    Klar, wir erziehen auch. Wenn wir nicht mehr anders weiter wissen und verzweifelt sind. Klra, das passiert auch noch relativ oft. Doch immer seltener, wie ich denke.

    Aber wir sind deswegen zu Geächteten geworden. Hartz IV-Aufstocker, Ökos, Spinner, Querulanten, Entrechtete. Doch nehme ich das lieber in Kauf, als mein Leben weiter in mehr oder weniger absoluter Gefangenschaft zu leben.

    Danke, noch einmal, für deinen Artikel, Emil!
    Und Danke, dass es dich gibt!

    Herzliche Grüße
    Axel (Wartburg)

    P.S.: Wer Buchstabendreher oder andere Fehler findet, kann sie gern behalten. Völlig kostenfrei. ;o)

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    • Axel, super, genau das ist es. Nicht in „Gefangenschaft“ leben. Freiheit geht nur über die Liebe, „Liebe Deinen Nächsten“ heitß immer, den anderen zu respektieren und akzeptieren. Hier im Süden Deutschlands (Allgäu) lass ich auf einem alten Haus: „Heute ist es eben so, nur etwas anders“ Alles Gute Dir, freu Dich auf die Zukunft!!!!

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  2. Emil ich habe großen Respekt vor deiner Tiefe und Reife. Ich glaube die größte Verantwortung haben wir Eltern, Großeltern. Nur wir sind in der glücklichen Lage unseren Kindern so viel Menschen- und Wissensbildung wie möglich zukommen zu lassen, dann ist es auch möglich sich mit gutem Gewissen eine Schule auszusuchen in der sich Unterricht und Lebensbildung mitgestalten lässt. Es wird in einem System immer Ansichten und Dogmen geben die sich nicht mit den deinen decken, aber dazu sind solche Menschen wie du so wichtig. Anzustossen und auch mal überspitzt und etwas provokativ zum Denken anzuregen. Nur so kann sich was verändern.

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  3. Hallo Emil,

    klasse formuliert – vor allem dies hier stößt bei mir auf Resonanz: „Dass die Reaktionen auf die bewusste Entscheidung gegen das Abitur besonders heftig sind, das hat einen guten Grund. Denn die Ablehnung der staatlichen Abschlüsse ist eine Ablehnung, ja eine Auflehnung, gegen die Grundwerte unserer Gesellschaft. Man stelle sich nur einmal vor, was passieren würde, wenn immer mehr Jugendliche sich zu diesem Schritt entschließen würden.“

    Ich beschäftige mich seit dem letzten Jahr sehr intensiv mit der Thematik „Schulverweigerung“. Hochinteressant, denn diese Kinder (10 % der Grundschüler gelten schon als Schulverweigerer!) kommen nicht unbedingt aus bildungsfernen Familien 😉 Und es werden so rasant immer mehr …

    Während „die Großen“ über Bildungsreformen debattieren, haben die Kids sich längst zum Handeln entschlossen … und gehen dabei oft sehr, sehr schwere Wege. Aber sie gehen … grandios!

    Liebe Grüße aus Düsseldorf, Ulrike

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  4. Tolle Zusammenfassung der Problematik! Jedes Wort resoniert bei mir.

    Die Frage ist nur, wie die neuen Schulen und Hochschulen, die diese Prinzipien ins Leben bringen werden, aussehen könnten? Wie könnte sich die selbst-organisierte Lerngemeinschaft organisieren? Wie könnten diese Lernorte in Ihrer Struktur, den Aufbau, und in der internen Ordnung aussehen ohne, dass sie wiederum nur ein anderer Apparat werden, der nur andere Dogmen und Zwänge für die kommenden Generationen festsetzt?

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  5. Ein Teil Deiner Gedanken sind total richtig. Klar, Kinder sind Kinder, wenn sie eingeschult werden. Aber irgendwann eht es nun mal los im Leben. Soeben habe ich eine Aussage gelesen, die zu Deinem Kommentar passt: „Eigentlich bin ich anders, aber ich komme nicht dazu“. Geht es nicht auch Erwachsenen so? Wer kann denn heute noch seine „Selbstbestimmung“ auslieben? Wieso werden z.B. Menschen, die sich nicht in die Gemeinschaft integrieren können und auch nicht möchten, schief angesehen. Z.B. Gammler bzw. Obdachlose, die garnicht anders sein wollen? Du hast zwar recht, aber ein anderes System in die Gesellschaft zu bringen, wirst Du nicht können. Also, was bleibt alse übrig: Aus allem das Beste zu machen!

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  6. Lieber Emil,

    ich bin begeistert, wie du stringent die ganzen Probleme ansprichst und argumentierst.
    Ich kann deinen Text einfach nur unterschreiben und jeden jungen Menschen in dieser sinnlosen Maschinerie nur auffordern: Lehnt Euch auf! Pfeifft auf die Abschlüsse. Bildet Euch! Hinterfragt, gestaltet und lebt Euer Leben!

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  7. Deine Skepsis kann ich, als nicht mehr so junger Mensch, gut nachvollziehen. Und trotzdem denke ich, dass ein anderes System in die Gesellschaft zu bringen nicht nur möglich, sondern auch eine unaufhaltbare Entwicklung sein wird. Und ist das ständige „zu Nichts kommen“ wirklich das unvermeidbare Schicksal des Erwachsen sein, oder vielmehr das Merkmal eines „Zeitdiebstahlsystem“? So langsam werden sich immer mehr bewusst wie kontraproduktiv und sinnlos das herkömmliche Schul- und Hochschulsystem ist und eben nicht auf das Leben der Erwachsenen vorbereitet. Man kann es einfach als unausweichliches Unheil ansehen durch dem man halt durchgehen muss oder man kann sich Gedanken machen und beginnen zu durchsehen, wie es auch anders sein kann. Es sind vielleicht noch eine Minderheit aber was einmal die Utopien von Wenigen waren, wurden dann eine selbstverständliche Realität für die Gesellschaft, als es zu einer „kritischen Masse“ kam, die die Absurdität des Vorhandenen sich klar wurde, sich deshalb Fragen stellte, auf Antworten suchte und diese Antworten auch fand. So haben sich letztendlich alle neue Systeme durchgesetzt, die in der Geschichte zu einer Verbesserung der Gesellschaft geführt haben. Das Bildungssystem wird da sicher keine Ausnahme sein.

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  8. wow. ich zittere ein bisschen. ha! was würde passieren, wenn jedes elternteil dies lesen würde?egal,hättehätte,fahrradkette.

    an ronald: -das beste- sind das nicht diese gedanken und vorstellungen?
    ja, ich denke die erwachsenen leben genau so. es ist möglich,dass folgende, bald-erwachsene es anders ausprobieren können.

    marco: spannende fragen- ich würde darüber gemeinsam nachdenken, bist du in berlin da?

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    • Klar, das ist es. Das Beste draus machen bedeutet nicht Gleichgültig zu sein, sondern das tun, was die Sitiuation erfordert und nicht in unerreichbaren Zielen schwelgen. Es gibt ja Leute, die laufen ihrem Leben lang unerreichbaren Zielen nach. Das ist so etwa wie ewig im Lotto zu spielen und auf den Hauptgewinn zu warten bis dass man im Sarg liegt mit dem berühmten Hemd ohne Taschen. Jetzt zu Pfingsten war es wieder hier am Bodensee zu spüren, die Leute rasen mit den Morrädern und Autos in den Süden laufen durch die Städte mit dem berühmten Blick nach rechts zu den Schaufenstern. Als wenn das Urlaub bzw. Freizeit wäre? Gibt die Natur nicht unser Bestes? Aber nein, ich setz mich in die Blechkiste und fahre und fahre, unterwegs mit Stau, ja, und irgendwo „am Ziel“ da ist mein „Glück“ – ganz sicher? Das wars dann aber auch, wieder nach Hause und es fängt wieder von vorne an. Alles Gute und machen wir wenigstens den Versuch um das „Beste“ zu machen.

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    • Fiona: Da wäre ich gerne dabei! Aber gerade weil ich meinen Job hingeschmissen habe um mich an den praktischen Aspekten der Pädagogik und Didaktik zu widmen, bin ich nun 450 Km von Berlin auf andere Fronten voll beschäftigt… :/ … Wie aber für mich konkret eine wirklich freie Schule und Uni der „Selbst-lernenden“ in ihrer Struktur und Organisation aussehen könnte kannst Du hier lesen (wenn Dir Englisch nicht zu viel ist und ab S.37 um es kürzer zu halten…): http://ow.ly/tONEo , oder auch in der „über diese Community“ Spalte meiner G+ Community. Ich hoffe auch bald G+ Hangouts über das Thema Selbstbildung, neue Schule/Uni und das Projekt einer „demokratischen Oberstufe“ mit Einigen zu organisieren. Es wäre interessant unter Anderem auch Eure Erfahrungen und Ideen einzubringen. Nach Berlin, wenn Interesse besteht, können wir uns eventuell darüber unterhalten. :)

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  9. Schöner Artikel :)

    „Wir“ sind den Weg ohne Schule gegangen. Auch weitgehend ohne jegliche Unterrichtung. Mitgenommen wurde dabei ein Hauptschulabschluss (trug dazu bei, offizielle Gemüter zu beruhigen und Sanktion zu vermeiden), und derzeit wird ein Abi angestrebt. Deswegen, damit ein Studium begonnen werden kann (also als Eintrittskarte).
    Ich kenne nicht wenige, die es in D ebenso machen, offen, nicht versteckt. Es IST möglich! Nur Mut! :)

    Radikales (= klares, eindeutiges) Denken ist dabei sehr hilfreich 😉

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  10. Pingback: Dinge oder Lernen.

  11. …also den Grundtönen stimme ich schon zu, was jedoch die Details betrifft empfinde ich die Vorschläge schon als sehr stark vereinfacht. Die Auflösung der nach Altersklassen gestaffelten Bildungswege, wie zum Teil schon durchgesetzt, finde ich persönlich unsinnig und undurchdacht. Die Früchte des „wir schreiben wie wir sprechen und die Rechtschreibung kommt irgendwann alleine“ werden wir noch früh genug ernten und die Idee „Verteilen wir doch Gutscheine und jeder entscheidet selber wie er sich bildet“ halte ich für völlig Weltfremd.

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    • Woher wissen wir denn das? Wurde das „Unsinnige, Undurchdachte und Weltfremde“ schon mal in der Praxis getestet? Probieren geht über Studieren… 😉

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      • ‚Also, Marco, es gibt auf der Welt – nicht nur bei den Naturvölkern, da ist „Bildung“ ja nicht so notwendig, aber in unserer „zivilisierten“ Welt, wo Bildung – sogar auf höchstem Niveau – gefragt ist, da gibt es genügend Beispiele. Das Thema antiautoritäre Erziehung hatten wir schon mal. Das ist voll in die Hose gegangen. Eigentlich müsstest Du wissen, was Kinder oder Erwachsene ohne Bildung für Chancen haben. Dummheit ist nämlich nicht Der- oder Diejenige die dumm sind darunter leien, sondern immer die anderen. Das hat mal ein schlauer Mensch gesagt, der es wissen musste.

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        • Ich lese in Emils Post keinen Vorschlag Kinder ohne Bildung wie die Naturvölkern wachsen zu lassen, oder naive 68er Hippy Vorstellungen von antiautoritäre Erziehung. Es wird was ganz anderes in Erwägung gezogen was noch noch kaum praktiziert wurde und in den seltenen Fällen wo es teilweise experimentiert wurde hat es ganz gut geklappt.

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        • Lieber Ronald,
          offensichtlich ist deine Definition von Bildung eine ganz andere als die von Emil oder auch von mir. Dein Bildungsbegriff, so scheint mir, ist eng mit schulischem Lehrstoffkanon verbunden. Also dem, was man wissen sollte! Aber wer bestimmt das denn und vor allen Dingen warum? Hier geht es um Strukturerhalt. Wer hat denn Interesse an diesen möglichst unverrückbaren Gesellschaftsstrukturen? Meine Auffassung von Freiheit und damit Selbstbestimmtheit manifestiert sich vor allem in Bildung. Ich entscheide, was mich interessiert und was ich mir wie intensiv aneignen möchte. Schließlich möchte ich mein Leben gestalten, bin also Experte für mein Leben und weiß daher am besten, was ich lernen will und muss.
          Für mich ist Bildung der Erwerb und die Verfeinerung von Kulturtechniken für ein empathisches, offenes, rücksichtsvolles Miteinander unter dem Einsatz der eigenen praktischen und kognitiven Fähigkeiten und dem selbstbestimmt erworbenen individuellen Wissensschatz.

          PS. Da sind uns Naturvölker voraus.

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    • Erstmal finde ich den Artikel sehr treffend und toll auf den Punkt gebracht. Mir fällt immer mehr auf, dass man von außen einen anderen Blickwinkel auf unser „System“ hat. Die gerade mittendrin stecken meinen meistens man muss eben in diesem System funktionierten. ich habe gerade das Glück durch lange Kindererziehung von Außen betrachten zu dürfen und es erschrickt mich doch sehr was ich sehe. Erst ab dem späten Nachmittag sieht man wieder Menschen unter 68 Jahren auf den Straßen, die Spielplätze sind zum größten Teil leer. Außer Sonntags da streitet man sich um den besten Platz an der Rutsche.

      Mich aber würde jetzt interessieren von „der Fuchs“ worauf du deine Thesen stützt. Gerade die Jahrgangsmischung finde ich persönlich eine große Bereicherung für jedes Kind! Meine Kinder gehen in Altersgemischte Klassen und profitieren davon sehr. Und ich kenne viele Erwachsene die auch heute noch ohne ein Office-Rechtschreibprogramm nicht überleben könnten.

      Ich hoffe sehr dass sich die Dinge weiter in die richtige Richtung entwickeln und wir bald unseren Kindern einen Lernort ermöglichen können an den sie täglich gehen dürfen, nicht müssen!

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  12. 2 kritische Anmerkungen:

    * „Jeder Mensch bekommt zu seiner Geburt oder monatlich vom Staat Gutscheine“ – Wie sicher ist es, dass Eltern, die die Hand auf dem Geld haben, damit etwas vernünftiges anfangen. Natürlich gibt es erfolgreiches UnSchooling, natürlich habe ich mir Alphabet angesehen. Aber es gibt auch Leute mit komischen Ansichten – Kreationisten, Nazis, … Und auch Eltern, die ihre Schulzeit als sehr belastend empfunden haben, sind in ihrem Schmerz möglicherwiese nicht die Besten Alternativenfinder.

    * „das Faktum, dass Menschen mit höherer Schulbildung mehr wert sind“ Aber natürlich sind sie mehr wert. Sie haben bewiesen, dass sie besser funktionieren. :-(

    Viele Grüße aus Halle, einer Stadt, die August Hermann Francke huldigt, dem es total wichtig war, „den Eigenwillen des Kindes zu brechen“

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  13. Danke Emil für DICH, dass es Dich gibt .. ich wünsche uns allen Mut und einen offenes vertrauensvolles Herz und einen freudegefüllten Geist, der im Herzen fühlt, was Wesentlich ist.

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  14. Hallo Emil
    eigentlich ist es schlimm, dass sich Kinder und Eltern nicht anders zu helfen wissen, als aus diesem Schulsystem auszusteigen.
    Trotzdem kann genau das dazu führen, dass sich etwas verändert.

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  15. Angelika, bitte sage mir einmal, was soll sich verändern? Würde mich über eine konstruktive Antwort sehr freuen.

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  16. Vielen, vielen Dank für diesen Artikel, Emil. Ich stimme absolut zu!

    Mein Sohn ist, wie ich, Asperger Autist. Die Schule zuckt immer wieder mit den Schultern, wenn es um Schaffung einer Lernumgebung geht, die ihm hilft seinem Intellekt entsprechend lernen zu können. „Kein Platz, keine Extrawurst“. Also ob ein Rolli für einen Querschnittsgelähmten eine Extrawurst wäre, werden meinem Sohn absolut unerlässliche Dinge verweigert. Gleichzeitig regt man sich entweder über die vielen Kleinigkeiten auf, die nicht gut klappen (aufgrund der Lernumgebung), oder schmückt sich mit den Federn, die ich über viele Jahre intensiver Unterstützung, Förderung und Herausforderung mit ihm erarbeitet habe. Inklusion? Haha, guter Witz…

    Ich bin Informationsjunkie und was ich nicht weiß, finde ich schon irgendwie heraus. Da ich im Homeoffice arbeite, hätte ich die Möglichkeit meinen Sohn zuhause beim Lernen zu unterstützen, statt ihn nach einem mehr als anstrengenden Vormittag noch ewig mit stupiden Wiederholungsaufgaben zu quälen. Aber wenn ich das vorschlage, gibt es einen Aufschrei der Empörung! Das Kind entfernt sich aus dem Schulsystem?!? OMG!!! Stattdessen werden mir die irrwitzigsten Schulen vorgeschlagen, die weder seinen kognitiven Möglichkeiten entsprechen, noch seinen Neigungen, noch in zumutbarer Entfernung liegen.

    Homeschooling mit Teilnahme an Lerngruppen und Interessensgemeinschaften nach Bedarf wäre der absolute Traum für uns. Anerkennung von Lernleistung und Begeisterungsfähigkeit, statt Noten für den Grad der Anpassungsfähigkeit.

    Ich wäre sehr, sehr dankbar für die Einführung einer Bildungspflicht, wie es sie schon in so vielen anderen Ländern gibt. In Ländern, die interessanterweise deutlich besser bei PISA abschnitten, als Deutschland, in dem demnächst wohl selbst Intensität und Duft eines Furzes reglementiert sein wird… *Ironie off*

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    • Claudia, ich würde Dir raten, Dir eine andere Umgebung, Stadt bzw. Region zu suchen (ich weiß, das ist nicht so einfach). Es gibt auch Menschen, die Dein Anliegen verstehen und Dir entgegenkommen. 100%

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  17. Pingback: Bildung ist ungleich Schule | Das halt ich nicht aus

  18. Großartig, Emil,
    die Gedanken, die Du Dir gemacht hast!
    Ich möchte noch ein paar dazu stellen:
    Was sagt ein schulischer Abschluss denn aus, wenn ich 10 und 20 Jahre älter geworden bin? Sind dann die vergangenen Jahre, in denen ich GELEBT habe, nichts wert? Jene Jahre, in denen ich wirklich „gereift“ bin – ganz anders, als durch jede schulische „Reife“prüfung…? Und wäre es nicht viel sinnvoller, die aktuelle Begegnung zu „prüfen“ (nicht: zu testen)? Das machen wir doch mit jedem Menschen so, den wir kennenlernen, fragen dabei jedoch nicht nach Papieren oder Wissen.
    Was geschieht eigentlich, wenn Staat und Wirtschaft immer darüber entscheiden, was in der Schule „gelehrt“ werden soll? Dann bestimmt das Gewordene über das Werdende, und damit wird das Werdende immer wieder zum Gewordenen gemacht – das Ende einer jeglichen (qualitativen) Entwicklung!
    Wenn aber das Werdende nicht ein leerer Begriff sein soll, stellt sich die Frage, was der Mensch eigentlich ist, wenn er diese Welt betritt: ein unbeschriebenes Blatt, das mit den Normen der Gesellschaft zu füllen ist – oder eine Individualität, die etwas mitbringt (woher?), was unsere Gesellschaft zu einer Werdenden machen kann?
    Ich hänge hier mal einen Link an, der einen fast 100 Jahre alten Aufsatz wiedergibt (naja, ein Spruch von Goethe oder so wäre noch älter;-)). Er ist m.E. aktueller denn je…
    http://www.dreigliederung.de/essays/1919-08-002.html

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  19. Ich glaube, dass es egal sein muss, ob ein Mensch eine höhere Schule durchlaufen hat oder nicht, da ist jeder gleichviel wert. Vielleicht ist das Schulsystem und die Schulinhalte veraltert, aber Grammatik und Mathematik kommt nicht durch beobachten…..und kann es nicht auch sein, dass es einen spaß macht, etwas zu lernen? Ich bin natürlich schon ein wenig älter, aber ich habe und lerne noch immer gerne. Das Problem ist doch, dass manche die höhere Mathematik lernen wollen und begreifen und die die es nicht können, ärgern sich, dass sie nicht die selben Auszeichnungen bekommen. Es soll mehr differenziert werden können, putzen in der Schule zu lernen? Dann auf in eine Hauswirtschaftsschule, wenn ich aber lieber Mathematik und Chemie lernen will, dann bitte, will ich das können un wenn ich gut bin und gut gelernt habe, dann bitte will ich auch eine Belohnung (Sehr gut) dafür. Wenn ich es nicht lernen will, dann mache ich eine andere Ausbildung….das sollte dann genauso viel zählen, aber nur weil ich in diesem System nicht lernen will, darf ich es doch nicht für alle vernichten wollen.
    WEnn ich jemand einstellen will, dann muss ich ungefähr wissen, was der kann, oder? Falls es ein besseres System gäbe. Wenn ich Chemie studieren will, muss ich doch gewisse Grundkenntnisse haben, oder? Es gibt soviele Differenzierungen bei Ausbildungsmöglichkeiten. Und ich glaube, die Schulverweigerer sind die, wo die eltern wollen, dass sie diese Schule besuchen und nicht sie selber.
    Beachtlich finde ich die aussage eiener Lehrerin die ich kenne, die sagte, die Asylantenkinder lernen gerne, weil sie wissen nicht wie lange sie das können. Ich glaube, die Wertigkeit einer Ausbildung/ Schulbildung wird heute nicht hochgeachtet, das ist das Problem. Das dann unausgebildete Leute weniger Arbeitsplätze bekommen, ist der Aufruf, die Ausbildung zu streichen, statt etwas zu lernen?
    Und ich will sehen, wer von einem Arzt, der vom Zuschauen und ohne schulische Ausbildung operiert werden will,…..

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    • Birgit, es geht doch gerade darum, man will lernen aber darf es nicht. Man will mehr, anders besser lernen aber das System erlaubt es nicht.

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