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Einladung zum Sommercamp

Die Jurte steht!
Letzte Woche haben wir hier in Schwäbisch Gmünd gemeinam mit der Wanderuni ordentlich rangeklotzt und die Jurte aufgebaut. Ursprünglich hatten wir das ja schon vor einer Weile geplant, aber wie üblich dauert alles ein bisschen länger und wird dafür auch noch schöner als gedacht.

Jetzt wo es diesen wunderschönen Raum hier gibt, soll er auch genutzt und belebt werden und so kam die Idee auf, wie schön es wäre, schon bald hier ein Sommercamp zu machen. Mit allen alten Funkenflieger und sonstigen Interessierten.
Gemeinsam wollen wir diesen Ort hier einweihen und träumen und Ideen entwickeln, was hier in Zukunft enstehen und geschehen soll.IMG_5322

Dazu wollen wir uns Vormittags auch ganz praktisch der Gestaltung des Ortes widmen, Wege anlegen und das Kompostklo bauen.

Nachmittags und Abends ist dann Zeit für :
Zusammenkommen und gemeinsam Zeit genießen.
Sich erzählen, was wir alle so tun. Über all die kleinen und großen, Sonder-, Wander- und Um-Wege, die wir gehen, die Projekte, die wir machen und Themen, mit denen wir uns auseinandersetzten.
Was beschäftigt mich? Womit beschäftige ich mich? Was ist lebendig in mir?
Zu sich finden. Lesen, Ausruhen, Spielen, Mirabellen pflücken, Marmelade kochen, Tanzen und Feiern.
Sich austauschen und inspirieren. Mut schöpfen und Kraft auftanken.
Was kann ich schenken und weitergeben?
Gemeinsam Ideen spinnen.
Wie geht es weiter? An diesem Ort hier, Mit mir, Mit Funkenflug? Was ist meine innere Notwenigkeit? Was will ich? Wo will ich hin? Was will die Welt?

Das Ganze wird wahrscheinlich wie immer ein wenig Funkenflug chaotisch und dafür um so lebendiger sein.
Wir freuen uns schon riesig auf alle alten und neuen Gesichter.

Krishna, Joey, Emil
Mehr Infos werden folgen.

Datum:
29. Juli bis 07. August

Organisatorisches:
Ihr braucht Schlafsack und Isomatte. In der Jurte können 15 – 20 Menschen übernachten. Falls du ein Zelt hast und es leicht mitbringen kannst, dann wäre es hilfreich, wenn du das tust.
Der Ort ist sehr schön, die Infrastruktur allerdings noch ziemlich schlicht.

Für die Organisatoren ist es auch immer ungemein beruhigend, grob abschätzen zu können wie viele Menschen kommen, darum wäre schön, wenn du grob Bescheid sagen könntest, ob und wie lange du kommst, falls du das mit deiner Spontanität vereinbaren kannst.

Wegbeschreibung:
Hinter dem Bahnhof Schwäbisch Gmünd geht es zur Salvatorkapelle den Berg hoch, danach ca. 200 Meter weiter einem kleinen geteerten Sträßchen bergauf folgen (Wanderschild Richtung „Lebensweg“ und „Himmelsgarten“) bis ihr aus dem Wald raus kommt und links ein kleines Haus mit Scheune seht. Hier einfach in die Einfahrt rein und HINTER das Haus gehen. Dann steht ihr an einem Südhang und seht unterhalb einen Teich mit Quelle und eine kleine Außenküche. Ihr erkennt den Ort daran, dass er wunderschön ist

Geld: Wir werden einige Lebensmittel von einem lokalen Biomark bekommen. Für alles was wir einkaufen müssen, werden wir eine gemeinsame Kasse machen, in die jeder einzahlt, was er kann und will. (Zu Orientierung: Ca. 3 Euro pro Tag)

Kontakt:
Falls ihr einen Workshop anbieten wollt und dazu irgendewas braucht oder wissen wollt oder irgendwelche anderen Fragen und Ideen haben dann könnt ihr euch hier melden:
joey[aäaäät]funkenflug[Punkt]de

 

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Freie Lehrerausbildung

Freie Lehrerausbildung

Vor kurzem hatte ich ja geschrieben, dass es einige Ideen gibt, die einzelne oder mehrere Funkenflieger in der nächsten Zeit umsetzen wollen und zu denen wir noch mehr sagen werden. Hier kommt jetzt die erste davon:

Eigentlich weiß ich schon seit einiger Zeit, dass es mich dahin zieht, Lehrer zu werden. Dabei habe ich jedoch nicht das Bild im Kopf, wie ich in einer ganz normalen Schule vor einer Klasse stehe und Jahr für Jahr die gleichen Dinge vortrage, die mich selber nicht wirklich interessieren.
Der tiefste Kern am Lehrersein, besteht für mich vielleicht vor allem darin mein Wissen und meine Erfahrungen anzubieten und Menschen dabei zu begleiten ihre Wünsche und Träume zu verwirklichen. Dafür braucht es für mich ganz viel Haltungsschulung, Persönlichkeitsentwicklung, pädagogisch-therapeutisches Wissen und besondere Fähigkeiten, die ich lernen will. Das reicht von Weltvertrauen, einer messerscharfen Wahrnehmung und einer guten Selbstkenntnis über eine authentische Körpersprache, Spielen und Geschichtenerzählen können und eine Kenntnis verschiedener pädagogischer Ansätze bis hin zum Fachwissen und Theatermethoden, um mal nur ein Bruchteil dessen zu nennen, was ich glaube, was in einer Lehrerausbildung wichtig wäre.
Hier findest du einen Text, in dem ich einfach mal eine ganz persönliche Momentaufnahme dessen aufgeschrieben habe, was ich gerade jetzt darunter verstehe Lehrer zu sein und was ich dafür können will.

Nun ist es so, dass die Dinge, die ich lernen will, im normalen Lehrerstudium eher wenig vorkommen und ich auch sonst noch keine wirklich passende Ausbildung für diese Dinge gefunden habe. Vor zwei Monten stieg dann eines Abend ein Bild in mir auf, wie eine eigene freie Lehrerausbildung aussehen könnte und diese Idee lässt mich seitdem nicht mehr los und hat sich zunehmend verdichtet.
Wie dieses Bild bisher aussieht habe ich am Ende dieses Beitrags beschrieben. Vieles davon ist für mich noch ganz offen und vieles wird sich erst noch entwickeln. Klar ist mir jedoch, dass ich im Sommer (August/September) anfangen will, zu Not auch alleine, doch am liebsten mit einer Gruppe.
Darum habe ich jetzt diesen Text geschrieben, weil es Zeit wird, die Idee zu streuen und Mitstudenten zu finden.

Vielleicht fühlt ihr euch ja angesprochen oder ihr kennt jemanden für den es vielleicht passen könnte oder sonstwie weiterhelfen und unterstützen kann. Gerne dürft ihr die Nachricht rumschicken und die Idee weitererzählen. Ich freue mich auf Interessierte und Mitstreiter. Meldet euch einfach unter emil[at]funkenflug[pünktchen]de.

Liebe Grüße,
Emil Funkenflieger

Ps:
Und so sieht das Bild zur Zeit aus:

Gruppe: 3-12 Menschen, die in der Nähe, evtl. auch an einem Ort wohnen und die Ausbildung gemeinsam durchlaufen. Evtl. ist es auch möglich das einzelne oder kleinere Gruppen an verschiedenen Orten sind und nur regelmäßig an Wochenenden oder für einzelne Wochen zusammenkommen.

Fachliche Ausbildung und Anerkennung: Meine jetzige Idee ist es, einfach ein Fernstudium zu machen, zum Beispiel an der Fernuni Hagen. Ein Fernstudium für Lehrer gibt es leider nicht, doch zurzeit fühlt es sich für mich auch ziemlich gut an einfach ein ganz normales Fach per Fernstudium zu studieren. Damit hat man auf jeden Fall eine gewisse Anerkennung, es gibt die Möglichkeit als Quereinsteiger auch an staatliche Schulen zu kommen, auch wenn das nicht ganz leicht ist und an freie Schulen zu kommen ist damit relativ leicht und gut möglich. Da ich wahrscheinlich sowieso nicht mein Leben lang in einer normalen Schule als Staatsdiener arbeiten möchte und es bestimmt gut sein kann, dass ich nochmal was ganz anderes machen möchte, fühlt sich dieser Kompromis ziemlich gut an. Vielleicht gehen da aber auch bald oder später noch irgendwo Türen auf, als Pilotstudiengang in Kooperation mit einer Uni, Weiterbildungs oder Quereinstiegsmöglicheiten, doch zurzeit möchte ich nicht mit viel Aufwand irgendeine aufwendige, offzielle Ausbildung aus dem Boden stapfen, sondern einfach da lang gehen, wo es leicht geht, wo es schon möglich ist. Und dann kann auf dem Weg immer noch ganz viel entstehen.
Durch das Fernstudium, in dem wir uns als Gruppe gemeinsam unterstützen, bekommen wir einerseits die fachliche Ausbildung und haben anderseits die Freiheiten, die wir brauchen, um den Rest der Ausbildung zu gestalten.

Organisation und Entwicklung: Ganz grundsätzlich stelle ich mir vor, dass die Ausbildung von den Studenten gemeinsam mit einigen erfahrenen Begleitern und Supervisoren entwickelt wird. Aus der Erfahrung der letzten Jahre mit UniExperiment und Wanderuni weiß ich, dass ich nicht alles ganz alleine und selbstorganisiert machen möchte. Ich möchte nicht nur Organisator, sondern vor allem Student sein. Doch dass die Studenten auf einer Augenhöhe mit den Begleitern stehen und wir gemeinsam die Ausbildung entwickeln, die bestimmt auch zu Großteilen erst währenddessen entsteht. Gemeinsam forschen wir daran, wie wir uns die beste Ausbildung schaffen können.
Das Gute ist, dass ich tatsächlich ein paar dieser erfahrenen Menschen kenne, die zur gleichen Zeit eine ähnliche Idee hatten und Lust haben die freie Lehrerausbildung zu begleiten und mitzuentwickeln.

Menschliche Ausbildung: Unter dieses Schlagwort fällt der Großteil dessen was ich im Text über das Lehrersein beschrieben habe und um den es mir vor allem geht. Gemeinsam in der Gruppe und mit den Begleitern entwickeln wir uns unseren eigenen Lehrplan. Dazu will ich zum Beispiel verschiedene Dozenten, von denen ich auch schon einige in den letzten Jahren kennengelernt habe, an Wochenenden oder einzelnen Wochen einladen und Seminare machen. Wir führen die Impulse der Seminare in der Gruppe weiter, bringen unterschiedliche Erfahrungen ein, entwickeln Übungen, Experimente und Möglichkeiten, beschäftigen uns mit verschiedenen pädagogischen Ansätzen, forschen an einer guten Lernkultur, reflektieren unsere Erfahrungen, schreiben Aufsätze.

Praxis und Anbindung an Schulen: Ich würde auch gerne direkt ganz viel Praxis haben und ausprobieren. Darum ist die Idee, direkt mit der Ausbildung an eine oder mehrere Schulen angebunden zu sein, sodass die Studenten zum Beispiel zwei Tage die Woche schon in der Schule sind und da Lehrer begleiten oder selber unterrichten. Die Gruppe reflektiert und tauscht sich in den gemachten Erfahrungen aus. Ich habe schon mit ein paar freien Schulen gesprochen, die sich so etwas vorstellen können. Ich glaube, dass das Netzwerk der freien Schulen prinzipiell ziemlich offen für so etwas ist, da dort sowieso schon seit Jahren überlegt wird eine eigene freie Lehrerausbildung zu schaffen. Es könnte zum Beispiel so sein, dass die Studenten während der Ausbildung immer wieder für ein paar Wochen oder Monate verschiedenen Schulen besuchen und da sozusagen in die Lehre gehen, bevor sie wieder zusammenkommen und die Erfahrungen austauschen. Oder dass es vielleicht längerfristig auch verschiedene kleine Gruppen an verschiedenen Schulen gibt, die sich dann regelmäßig zu Seminaren treffen. Dass wäre dann ziemlich so wie die freie Demeter-Landwirtschaftsausbildung.

Projekte: Ich habe auch Lust mit der Gruppe gemeinsam Projekte anzugehen und umzusetzen. Vielleicht gemeinsam mit Schülern der Schulen. Ich denke da zum Beispiel daran, dass ich Lust hätte mit ein paar Schülern und Studenten nochmal ein halbes Jahr Wanderuni zu machen und beim Reisen oder Wandern fürs Fernstudium und Abitur zu lernen, spannende Orte zu besuchen und sich mit Themen zu beschäftigen.

Finanzierung: Die Finanzierung ist noch nicht klar, aber ich bin sicher, dass es nicht am Geld scheitern wird. Möglichkeit sind zum Beispiel Bafög, Stipendien, Nebenjobs oder Arbeitswochen im Jahr, eine solidarische Finanzierung und vielleicht hat ja auch das Netzwerk der freien Schulen oder sonst jemand Lust eine solche Ausbildung zu unterstützen.

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Was ist lebendig bei Funkenflug und eine Ermutigung zum Lauf 2016

Was ist lebendig bei Funkenflug?

Lange Zeit wurde hier nichts darüber verkündet, ob und wie ein Lauf 2016 stattfinden wird. Und das lag wohl daran, dass wir es selber nicht wussten. „Wir“, dass sind die handvoll Menschen, die sich in den letzten Jahren um die notwendige Organisation gekümmert haben. Um so Sachen wie einen Ankunftstermin festlegen, ein Vorbereitungstreffen organisieren, einen Übernachtungsort in Berlin finden. Vorletztes Wochenende haben sich diese Menschen in Göttingen getroffen, um in vielen Dingen endlich mal Klarheit zu schaffen und zu schauen, was eigentlich lebendig ist bei Funkenflug.

Doch bevor ich zum Lauf 2016 komme, will ich einige Gedanken und Erkenntnisse mitteilen, die ich beim Treffen und in den letzten Monaten hatte und die vielleicht Klarheit und Verständnis schaffen. Ich weiß, dass ich keine allgemeine Sicht über Funkenflug schreiben kann, dass es einzelne Funkenflieger oder ganze Gruppen gibt, die vielleicht an einem ganz anderen Punkt stehen und das auch anders beschreiben würden und dass das hier vor allem meine persönliche Sicht ist.

Das erste ist, dass ich glaube, dass sich Funkenflug sehr verändert hat, immer wieder stark verändert hat und dass wir diese Veränderung oft selber nicht klar gegriffen und noch viel weniger klar nach außen kommuniziert haben. Und ich habe das Gefühl, dass da vielleicht sehr unterschiedliche Bilder von Funkenflug existieren und es eine Menge Vorstellungen oder Erwartungen gibt, denen wir gar nicht mehr entsprechen (oder noch nie entsprochen haben) und hier würde ich gerne aufzeigen, was sich verändert hat und was real gerade lebt.

Als wir vor drei Jahren gestartet sind, war es für mich, als wären wir plötzlich wie von einem geheimnisvollen Zauber getragen. Alles schien möglich. Und auch wenn wir längst nicht so viele Läufer waren, wie das vielleicht in der Vorbereitung gehofft worden war, so hatte ich doch das Gefühl, dass wir wenige alles erreichen können. Ich habe tatsächlich geglaubt, dass sich in den nächsten Jahren ganz viel im Bildungssytsem und auch bei den Menschen ändern wird. „Wir machen das, wir gehen dafür, Wunder sind möglich.“ Und ich glaube, dass diese Hoffnung, die wir natürlich auch nach außen gestrahlt habe, einerseits etwas ganz Wunderbares war, weil sie mir und vielen anderen überhaupt erst die Kraft gegeben hat anzufangen und das Tun und Wirken hat dann wiederum die Hoffnung bestätigt und gefördert, aber andererseits war es auch ein bisschen wie eine leere Spekulationsblase.

Aus diesem Gefühl, das alles möglich ist, haben wir eine riesige Projektidee nach der anderen entworfen. Was haben wir nicht alles angefangen und ausprobiert. Einmal quer durch den ganzen Raum ging bei dem Treffen die Liste mit all den Ideen, die wir in den letzten drei Jahren begonnen haben. Aber die meisten dieser Ideen haben wir dann doch nie fertig gemacht oder wirklich umgesetzt. Sie waren vielleicht doch zu groß für einen chaotischen und unerfahrenen Haufen junger Menschen. Es gab ja keine feste Organisation, keine Finanzierung und wenig Erfahrungen.
Aber wir haben einfach immer weiter gemacht. Wenn irgendwo die Energie raus war, haben wir einfach die nächste große Idee entworfen, ohne uns umzudrehen.

Aber irgendwann ist es für mich immer schwerer geworden. Wenn ich im letzten Jahr an Funkenflug gedacht habe, wurde ich immer ganz schwer und erschöpft und ich wusste nicht wieso und fiel in tiefe Grübelstunden, in denen ich das Problem doch nie fassen konnte. Es kam auch immer wieder Energie auf und ich war unheimlich gerne bei den Funkenfliegern, aber irgendeine Schwere war immer dabei.
Ein Grund ist, glaube ich, dass mich und viele andere doch irgendwann die Enttäuschung eingeholt hat. Ich habe mich umgedreht und gesehen, was für ein riesiger Berg an angefangenen Projekten und unerfüllten Erwartungen da liegt und das vieles von dem, was wir vor drei Jahren geglaubt haben, gar nicht so passiert ist.
Und ich habe das Gefühl, dass da noch immer diese anfänglichen Erwartungen auf uns gerichtet sind. Dass es da vielleicht Vorstellungen oder Hoffnungen gibt, denen wir gar nicht entsprechen. Ich habe Angst zu enttäuschen. Ich habe Angst, dass wir mit dieser Art, große Ideen in den Raum zu werfen und dann nur halb fertig zu machen, vielleicht oft das Gegenteil von dem erreicht haben, was wir eigentlich wollten, dass nämlich Menschen Selbstunwirksamkeitserfahrungen gemacht haben und nur darin bestätigt wurden „dass das ja doch alles nicht bringt.“

Wenn ich daran denke, würde ich mich am liebsten zurückziehen, in einer Höhle verkriechen und 20 Jahre warten bis Gras über die Sache gewachsen ist und sogar ich das alles vergessen habe und neu anfangen kann.
Aber neben dieser Angst habe ich auch Lust einfach ehrlich zu sein. Ich möchte einfach sagen, wie es ist, nicht mehr irgendetwas möglichst gut darstellen, irgendetwas verkaufen oder größer machen, aus jeder Mücke einen Elefanten machen.

Bei dem Treffen haben wir begonnen diese alten Erwartungen aufzuräumen:
Nein, wir haben bisher keine große Veränderung im Bildungssystem bewirkt und wir sind längst nicht so groß und wichtig geworden, wie ich das am Anfang gehofft hatte. Es sieht zur Zeit auch nicht so aus, dass wir immer mehr aktive Funkenflieger werden. Vielleicht gibt es inzwischen über tausend Menschen, die sich mit der Idee verbunden fühlen, doch im Kern sind es ca. 15 Menschen, die Lust und Zeit haben, die Idee zusammen zu halten.
Und wir haben dann auch gleich ziemlich radikal mit den Projekten aufgeräumt:
Wir haben es bisher nicht geschafft die Wünsche so sichtbar zu machen, wie wir das gedacht und gesagt haben und wir werden es dieses Jahr wohl auch nicht schaffen. Auch werden wir in absehbarer Zeit keinen Film und auch kein Buch über Funkenflug machen, es wird in nächster Zeit keine konkrete Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn geben und wir organisieren auch kein Funkenflugfestival. Für all diese Projekte gab es beim Treffen niemand, der sie wirklich im diesem Jahr umsetzen wird und darum haben wir sie zurück in die Ideenkiste gepackt.

Wenn Funkenflug auch bisher keine große Veränderung in der Außenwelt bewirkt hat, so hat es doch einige Menschen sehr stark geprägt, die den Funken weitertragen und mit einer anderen Haltung durch die Welt gehen und so gibt es auch eine Menge individueller Projekte, die irgendwie durch Funkenflug entstanden sind. Nicht jeder hat gleich ein Projekt mit Namen und Internetseite gegründet, aber viele versuchen den Funken in irgendeiner Weise in ihr Leben zu tragen. Da ist Joey, der einen ausklappbaren Bauwagen baut, Krishna, der eine mobile Jurtenlandschaft, als innovativen Bildungsraum für einen Kindergarten entwirft und die Gestaltung der äußeren Räume gleich mit der Arbeit an den inneren Strukturen verbindet, da sind Fiona, Rika und ich, die zusammen mit einigen anderen die Wanderuni in Leben gerufen haben und diese Aufzählung könnte ich lange fortsetzen.
Was ist jedoch mit der ursprünglichen Idee von Funkenflug, was ist das Verbindende und gibt es noch ein gemeinsames Projekt?

Ehrlich gesagt wissen wir das auch gar nicht so genau.
Bei dem Treffen gab es große Lust und auch viel Energie in Zukunft weiterhin etwas gemeinsames zu machen. Es gab einige Ideen, wie wir die Organisation in Zukunft verbessern wollen. Da gibt es zum Beispiel eine Baugenehmigung für einen innovativen Bildungsort in Schwäbisch Gemünd und im März wollen einige dort die Jurte aufbauen und so einen ständigen Ort für Treffen und Workshops schaffen. Gleichzeitig haben wir beim Treffen einen gemeinnützigen Verein gegründet, um für zukünftige Projekte einen rechtlichen Rahmen zu Hand zu haben. Eine weitere Einigung war, dass wir das Zwischenmenschliche wieder mehr in den Fokus nehmen und die Treffen und Projekte gleichzeitig als Experimentierraum für innere Arbeit nutzen.
Und es gab auch einige individuelle Projektideen, die einzelne in Zukunft umsetzen wollen. So will z.B. Frida im Sommer einen themenbezogenen und lernmäßigen Lauf machen.
Und zu all diesen und noch mehr Ideen, werden wir hier bald auch noch mehr schreiben.

Doch ehrlich gesagt gab es bei dem Treffen keine große gemeinsame Projektidee, die uns alle verbindet und es hat mich erleichtert, dass auch keine riesigen Erwartungen oder Vorstellungen laut wurden, dass wir jetzt aber in diesem Jahr den großen Wurf machen und alles verändern werden.
Ich weiß nicht, ob, wenn die Basis erstmal steht und die Organisation verbessert ist, nochmal eine neue, verbindende Idee entsteht oder ob Funkenflug in Zukunft eher ein Netzwerk von vielen verschiedenen Projekten sein wird.

Ich glaube, dass es kein Wunder ist, dass nachdem Menschen gemeinsam aufgebrochen sind, um ihre eigenen Wege zu gehen, nun keine große gemeinsame Geschichte, sondern viele individuelle Geschichten folgen, von Menschen, die ihre eigenen Wege gehen.
Für mich war es ein bisschen, wie als hätte ich, nach langen, langen Herumirren in einem Labyrinth plötzlich einen neuen, nie bemerkten Durchschlupf entdeckt. Am Anfang war ich völlig aufgeregt und begeistert über die vielen neuen Möglichkeiten, die sich aufgetan haben, doch dann habe ich letztendlich festgestellt, dass das Labyrinth dahinter weitergeht und ich nach wie vor Suchender bin. Ich bin übergegangen vom Aufbruch zum Dauerlauf, vom „Sprungbrett“ zum „Schwimmen lernen“, vom „Warum“ zum „Wie“. Wie genau geht bessere Bildung? Was genau will ich eigentlich wirklich? Wie kann ich wirken? Wie kann ich dranbleiben an meinen Wünschen?

Ehrlich gesagt, glaube ich, dass es uns auch nie wirklich gut gelungen ist, uns um den Einstieg zu kümmern, eine gute Verbindung zu schaffen, zwischen denen die schon aufgebrochen sind und nun weitergehen wollen und denen, die gerade erst aufbrechen. Ich habe das Gefühl, dass wir die Organisation für den zweiten und dritten Lauf zwar gemacht haben, aber eigentlich nur halbherzig dabei und mit der Energie schon wieder woanders waren. Einige wollten nun vielleicht keine Wünsche sammeln, sondern eher Themengruppen bilden oder gar nicht mehr Laufen und stattdessen ein Buch schreiben und gleichzeitig gab es das Gefühl dem alten Bild vom Funkenflug entsprechen zu müssen und anderen Menschen auch die Chance geben zu wollen so eine Erfahrung zu machen.
Und ich glaube, dass viele, ob sie nun ein Buch machen oder Laufen und Wünsche sammeln wollten, überzeugt waren, dass genau das jetzt Funkenflug ist. Und das hat dann dazu geführt, dass alles (und nichts) Funkenflug wurde und wir irgendwie den Fokus verloren haben.
Wir haben weder klar Verantwortung übernommen und gesagt „Ja, wir stehen voll hinter dieser ursprünglichen Idee von Funkenflug mit Lauf und Wünsche sammeln und wir organisieren das und man kann mitmachen“ und wir haben auch nicht klar gesagt „Nein, wir werden das nicht mehr organisieren, weil für uns jetzt gerade was anderes dran ist, wir lassen das ganz los und es darf jetzt gerne jemand anderes selbermachen.“

Ermutigung zum Lauf 2016

Gerade dieses Jahr haben wir bis jetzt keine klare Stellung bezogen und damit anderen vielleicht die Chance genommen frühzeitig die Organisation des Laufs in die Hand zu nehmen, weil sie dachten, wir machen das schon. Doch bei dem Treffen gab es dann tatsächlich niemanden, der wirklich einen Lauf 2016 organisieren und selber laufen wollte. Ich habe in den letzten beiden Wochen sehr viel gezweifelt, hin- und herüberlegt, ob ich es nicht doch machen will, weil ich mich geschämt habe, dass wir das erst so spät verkünden und ich auch Angst davor habe, dass kein Lauf stattfindet. Kann ich diese Idee loslassen, die Verantwortung abgeben? Doch gleichzeitig fühlt es sich auch falsch an etwas zu organisieren, obwohl es mich selbst eigentlich wo anders hinzieht. Es fühlt sich falsch an, etwas für andere zu machen.
Die Lösung war, wie immer, ganz einfach:
Nein, ich werde dieses Jahr keinen Lauf organisieren, denn weder will ich dieses Jahr selber laufen, noch liegt mein Fokus gerade darauf etwas für andere anzubieten und sie zu begleiten, bis sie vom mitlaufen zum selberlaufen kommen.
Nein, auch niemand anderes der alten Gruppe wird dieses Jahr den Lauf organisieren. Wir lassen den Lauf los, geben den Weg frei. Eine Sache jedoch kann und will ich tun:
Ich möchte Mut machen zu laufen. Ich möchte jeden Menschen, der mit der Idee gespielt hat, bei einem diesjährigen Lauf dabei zu sein, ermutigen es selber in die Hand zu nehmen. Weil ich weiterhin daran glaube, dass es zutiefst Sinn macht. Dass es gerade so, genau auf diese Art und Weise Sinn macht, weil es von Anfang an ums Selbermachen ging.

Ich wünsche mir, dass sich weiterhin Menschen aufmachen, um ihren Bildungsweg bewusst zu gestalten und ich glaube, dass der Lauf dafür eine wunderbares Sprungbrett ist. Weil schon die Entscheidung zu laufen und diese Entscheidung mit dem heimischen Umfeld zu klären, ganz viel in Gang setzt. Weil es ein wunderbares Gefühl für mich war, endlich auf dem Weg zu sein und nicht mehr zu warten. Weil ich endlich Menschen kennen gelernt habe, die ähnliche Dinge wie mich beschäftigen. Weil ich beim Besuch in den Schulen gesehen habe, dass ich nicht allein bin mit meinen Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen, wenn ich mich nur traue auszusprechen, was in mir ist. Weil ich ganz viel Weltvertrauen bekommen und die Menschen in Deutschland lieben gelernt habe, wenn wir jeden Abend einen Schlafplatz gefunden haben. Weil ich weiterhin daran glaube, dass es unsere Zukunft ist, dass wir entscheiden, wie die aussehen soll und dass wir auch entscheiden und mitgestalten sollten, was und wie wir dafür lernen wollen.
Und der Lauf ist für mich auch ein öffentliches Zeichen und ein Symbol für diese Vision, die noch nicht gestorben ist.

Ich glaube nicht nur, sondern ich hoffe, das der diesjährige Lauf der kleinste Lauf von Funkenflug wird. Weil es ein Zeichen dafür wäre, das der Lauf nicht nur als Mittel zu Zweck Sinn macht, sondern, dass er an sich Sinn macht. Weil es ein Zeichen gegen den Wachstumswahn und die „Um-zu“-Mentalität wäre. Weil etwas Bestand hätte, selbst wenn es nicht immer größer wird und selbst wenn es nicht sofort ganz viel bewirkt, weil das Langsame und Wenige, das es bewirkt, dafür wirklich Qualität hat und sich das Wesentliche meistens sowieso außerhalb des ständigen Lärms, dem Erheischen von Aufmerksamkeit und dem alltäglichen Medienrummel abspielt. Weil Funkenflug dann endlich weg von dieser Spekulationblase, weg von „Wenn alle laufen, dann laufe ich auch“, „Wenn wir ganz viel erreichen, dann bin ich bereit mich dafür einzusetzen“ kommt. Ich habe die Hoffnung, dass das Bild vom Lauf sich gesund schrumpft und dass am Ende, wenn alles Aufgeblasene verflogen ist, noch was übrig bleibt, was wirklich Konsistenz hat.

Falls es Menschen gibt, die dieses Jahr laufen und einen Lauf organisieren wollen und vielleicht doch ein wenig Unterstützung brauchen, dann bin ich gerne bereit zu helfen, Anlaufstelle zu sein und Erfahrungen weiter zu geben, zum Beispiel wo man ein Vorbereitungstreffen machen oder wie man einen Übernachtungsort in Berlin finden kann oder oder oder. Ihr könnt euch einfach melden unter: team[at]funkenflug[Punkt]de.

Emil Funkenflieger

PS: Ehrlich gesagt fiel es mir ziemlich schwer die alten Vorstellungen loszulassen. Irgendwann habe ich mich gefragt, ob es da überhaupt andere Menschen gibt, die solche Erwartungen haben oder ob ich das eigentlich vor allem mir selber klar mache. Ich weiß es nicht. Ich weiß auch nicht, ob ein Lauf entstehen wird und ich weiß nicht, ob durch die Schaffung der Basis ein oder mehrere neue Projekte entstehen und ob das dann noch Funkenflug oder nicht eigentlich schon was anderes ist. Da ist immer noch ziemlich viel Schwere und Ungegriffenes in mir. Vielleicht kommt die Schwere daher, dass ich ahne, dass sich die Anfangsmagie nicht wieder herbeizaubern lässt und das gemeinsame Wegstück wirklich vorbei ist. Es ist Zeit Abschied nehmen. Ich weiß nicht, ob der Pfad, den wir ausgetreten haben weiter benutzt wird oder ob er wieder zuwuchert. Es liegt nicht in meiner Verantwortung. Später kann ich nochmal zurückblicken und die alten Umwege und Verwurschtelungen verstehen. Jetzt ist es Zeit weiter zu gehen. Neue Projekte rufen mich. Ich bin voller Aufbruchstimmung, die Sonne ist gerade erst aufgegangen und ein taufrischer Pfad liegt vor mir. “Funkenflug” hin oder her, ich gehe in jeden Fall als Funkenflieger weiter.

 

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Neues von Funkenflug

Liebe Menschen,

nach Außen hin ist es gerade sehr ruhig bei Funkenflug. Auch auf dieser Website passiert nicht viel, ja, man könnte sogar sagen sie ist ganz schön verstaubt :-)

Ich mag hier ein Lebenszeichen für euch alle rausschicken dass aber doch ganz grundlegende Dinge in Bewegung sind. Im kleinen Kreis wird an verschiedenen Orten immer wieder intensiv gedacht, diskutiert und vorbereitet. Sicher auch an vielen Orten, von denen ich gar nicht weiß :-)

Was auf dem Funkenflug-Sommercamp begonnen hat, nämlich ein komplettes und grundlegendes Hinterfragen der bisherigen Vorgehensweise und der große Wunsch nach einer nachhaltigeren Arbeit, wird Funkenflug nach meiner Einschätzung sehr grundlegend verändern. Nicht das ihr denkt, dass wäre nun etwas, was ein kleiner Kreis von Leuten beschlossen hat, nein, das ist eher mein Eindruck von dem, was beim Sommercamp gemeinsam erarbeitet wurde und was wir sehr intensiv durcharbeiten.

Es wird noch ein wenig dauern, bis ihr alle eine wirklich gründliche und solide Zusammenfassung bekommt. Aber freuen könnt ihr euch darauf um so mehr!

Wer fast platzt weil er oder sie tolle Ideen hat, die in irgendeiner Form interessant für alle sind, der kann gerne Geistesblitze an team(ät)funkenflug.de schicken.

Ansonsten freue ich mich sehr darüber, dass ich immer wieder von hier und dort höre, dass auf lokaler Ebene und im Freundeskreis alles mögliche gärt und ausgeheckt wird :-)

-Krishna

 

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Die Wanderuni lädt ein zum Vorbereitungstreffen für die StudienGänge 2016

Wenn du deinen eigenen StudienGang gestalten könntest, wie sähe der aus? Mit welchen Themen wolltest du dich schon immer mal beschäftigen? Welche Orte und Menschen schon immer mal besuchen? Würdest du laufen, radfahren, reiten oder mit einem Schiff um Afrika segeln? Wärst du für zwei Monate unterwegs oder für ein ganzes Jahr? Allein, zu zweit oder in einer Gruppe? Würdest du ganz spontan den jetzigen Interessen und Bedürfnissen folgen oder würdest du ein ausgetüfteltes Konzept entwerfen für ein Wandersemester an deiner Uni, mit Lehrplan, Seminaren, Prüfungen, Credit Points und wissenschaftlicher Begleitung?

Der erste StudienGang der Wanderuni ist nun fast zu Ende. Vor einem halben Jahr sind wir losgezogen, aus der Idee heraus, sechs Monate lang völlig selbstbestimmt wandernd und lernend durchs Land zu ziehen und unseren Interessen zu folgen. Und jetzt schauen wir zurück, erinnern uns, was wir alles erlebt haben und erkennen, dass aus dieser Ide?p=2627&preview=truee tatsächlich Wirklichkeit geworden ist.
Wir haben im intensiven Kontakt mit der Natur gelebt. Sind durch Wälder gestreift, haben unzählige Male draußen übernachtet, gelernt welche Pflanzen Heilwirkungen haben und Wildkräutersalat gegessen, wenn uns Sonntags das Essen ausgegangen ist. Wir sind einmal quer durch Deutschland gewandert, haben Vertrauen gelernt in die Menschen, die hier leben und die uns immer wieder so herzlich begegnet sind oder uns spontan einen Schlafplatz angeboten und oft morgens sogar noch ein Frühstück serviert haben. Bei all diesen Begegnungen haben wir Einblick gewonnen in verschiedenste Lebensweisen, waren in Ökodörfern und Gemeinschaften, haben in der Scheuen und Klöstern geschlafen und im 5-Sterne Hotel. Wir haben ausprobiert, verworfen, Erfahrungen gesammelt und immer wieder neu probiert, um eine Struktur und Kultur zu finden, die zu uns passt. Um einen guten Ausgleich zwischen Gruppe und Allein-sein zu finden, um Zeiten freizuhalten, an denen wir uns mit unseren individuellen Lernthemen beschäftigen können und um effektiv in der Gruppe arbeiten zu können. Wir hatten Workshops in denen wir z.B. Einblicke in Permakultur bekommen haben oder einen Fahrradbus gebaut haben, mit dem wir dann die nächsten zwei Monate unterwegs waren. Und wir haben erfahren, wie es ist in einer Gruppe zu leben, mit Konflikten umzugehen und dran zu bleiben, auch wenn es nicht immer leicht ist.
Viel mehr können wir noch erzählen, viel mehr war wichtig und diese Erfahrungen und Geschichten sollen zusammenkommen mit den Ideen für die Zukunft.

Darum wollen wir alle Interessierten einladen und im November einen Raum aufmachen, um die nächsten StudienGÄNGE entstehen zu lassen. Einen Raum, in dem sich Gleichgesinnte finden, in dem wir unsere Erfahrungen anbieten und dann ganz neue Ideen und Visionen für die nächsten StudienGÄNGE wachsen können.

Das Treffen findet vom 14.-16. November im Lebenslernort „Mühle am See“ in Heichelheim in der Nähe von Weimar statt. Am Freitag gibt es um 18:00 Uhr Abendessen und danach wollen wir um 19:00 Uhr gemeinsam starten. Am Sonntag wird es bis um ca. 14:00 Uhr gehen.

Bitte bringt Schlafsack und Isomatte mit. Wir werden für uns selber Kochen und für die Kosten ( + evtl. kleine Spende für die Unterkunft) dafür eine Kasse aufstellen, in die jeder seinen Möglichkeiten und Willen entsprechend dazugeben kann.

Bitte schreibt eine kurze Mail an Kontakt@wanderuni.de wenn ihr kommt.

Wir freuen uns auf Euch!

Wanderuni.de

Adresse:
Lebenlernort, Mühle am See
Mühlenweg 1
99439  Heichelheim

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Ankunft in Berlin

Gleich sind wir da :)  

 

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Von Verbotsschildern, Militärfahrzeugen und einer Gedenkstätte

   Es ist der 30. Mai, wir sind gut in der Zeit. Die Nacht haben wir in einem Kinderheim in Ostenholz verbracht, einem gemütlichen Haus mit acht Kindern (von klein bis elf), einem Hund und einer Katze. Die beiden in dieser Zeit zuständigen Erzieher haben uns sehr herzlich willkommen geheißen und wir durften in einem der Kinderzimmer schlafen. Für die zwei Mädchen und sechs Jungs sind wir eine echte Attraktion. Es klingeln halt nicht alle Tage zwei Mädels mit schweren Rucksäcken an der Tür und fragen nach einem Schlafplatz…

Nach einer Schüssel Müsli, einem lieben Eintrag in unser Logbuch und einem traurigen Abschied ziehen wir weiter. Es ist 9:30 Uhr, als wir das Haus verlassen. Seit gestern sind wir vorübergehend nur noch zu zweit, Rana und ich, Tabea. Unser Weg führt uns heute durch das militärische Sperrgebiet, welches an das Städtchen Bergen angrenzt. Das Verkehrsschild, dem wir folgen, verkünden „Bergen 17km“. Wir laufen immer an der einzigen Straße entlang, auf der es erlaubt ist, das Sperrgebiet zu durchqueren. Wald- und Weideflächen wechseln sich ab, und dazwischen ragen immer mal wieder die unterschiedlichsten Gebäude der Bundeswehr hervor. Überall gibt es Wahnschilder, die das Betreten oder fotografieren des Sperrgebietes verbieten.

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Wir haben das Gefühl in einer anderen Welt zu sein. Bis auf viele Autofahrer, ein paar Fahrradfahrern und einem Fußgänger begegnen wir keiner Menschenseele. Diverse Militärfahrzeuge fahren mit ihrem lüfterähnlichen Geräusch an uns vorbei, viele Fahrer grüßen uns freundlich. Wir, mit unseren Rucksäcken sind bestimmt eine willkommene, optische Abwechslung. Ich fühle michimage.5W7QZX beobachtet und habe bei jedem Schritt das Gefühl, etwas möglicherweise Verbotenes oder Lebensgefährliches zu tun. Aber niemand weist uns zurecht, einmal bekommen wir sogar ein Regendach angeboten, wir lehnen aber dankend ab, da wir noch eine gute Wegstrecke vor uns haben. Obwohl wir mitten durchs Sperrgebiet gehen, ist uns klar, dass wir, mit dem, was wir sehen nur an der Oberfläche dessen kratzen, was in diesem Arial vor sich gehen mag. Ich bin neugierig und würde gerne wissen, was so geheim oder gefährlich ist, dass es vor uns versteckt werden muss und warum… Auf unserem Weg, gibt es nur drei Verkehrsschilder, die uns die gegangene Wegstrecke aufzeigen, wodurch wir jedes Gefühl von Entfernung verlieren. Malerische, farnumwachsene Bäche kreuzen unseren Weg, das Wasser ist rot gefärbt, was auf einen hohen Eisengehalt schließen lässt. Wir machen eine kurze Mittagspause am Straßenrand. Paprikaaufstrich, Röstzwiebeln und Champignons sind eine wirklich leckere Brotbelagskombi. Wir ziehen weiter, vorbei an unzähligen Bäumen.

Es ist ca. 15:00 Uhr als wir das Ende des Sperrgebiets erreichen, zu unserer Rechten weist ein unauffälliges Schild auf die nahegelegene Gedenkstätte Bergen-Belsen hin. Wir biegen links ab und folgen der Landstraßen Richtung Belsen, vorbei an einem gigantischen Militärkasernenkomplex der britischen Armee, der sich über einige Kilometer entlang der Straße erstreckt. Der Weg nach Belsen wird an der rechten Seite gesäumt von einer Informationstafel zum Konzentrationslager Bergen- Belsen, einem sehr kleinen Industriegebiet, einem Bordell und einem Spargelfeld. Als wir anfangen, nach einem Schlafplatz in Belsen zu such, beginnt es zu regnen. Heute sind wir nicht so erfolgreichund fragen uns, bis auf wenige Häuser, durch das gesamte Dorf, bis wir schließlich einen Spargelverkaufsraum angeboten bekommen. Wir werden sogar auf Kaffee und Kuchen eingeladen.

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Am nächsten Tag brechen wir um 10:00 Uhr Richtung Gedenkstätte auf, am letzten Abend ist auch Julika wieder zu uns gestoßen. Nach etwa 4 km haben wir unser Ziel erreicht und betreten den Ausstellungsbereich, das ehemalige Lagergelände selbst, ist komplett von Bäumen umgeben. Wir wandern zuerst durch die Ausstellung, sehen uns Interviews mit Überlebenden an, lesen Texte und lassen viele schaurige und weniger schaurige Fotos auf uns wirken. Im ersten Abschnitt wird über das Kriegsgefangenenlager Bergen-Belsen berichtet, Gefangenenakten sind ausgestellt und viele Tafeln berichten über die haarstreubenden Zustände. Etwas weiter wird das Konzentrationslager thematisiert. In der Mitte der Ausstellung wird von der Befreiung 1945 durch die Briten erzählt und Fundstücke gezeigt, die bei Ausgrabungen auf dem ehemaligen Lagergelände zum Vorschein kamen. In einem Raum werden Filme von der Zeit und „Aufräumarbeiten“ kurz nach der Befreiung gezeigt. Es werden Leichenberge gezeigt, vor Hunger bis auf die Knochen abgemagerte, leblose Körper, die in Massengräber geworfen werden. Das, was wir sehen, können wir nur sehr schwer ertragen. Im oberen und letzten Teil der Ausstellung wird über die Nachkriegszeit berichten, die Gerichtsprozesse und wie es für die Überlebenden weiterging. Die gesamte Ausstellung ist sehr minimalistisch gehalten, die Wände sind aus unverputztem Rohbeton, um nicht von der Tragik des Ortes abzulenken. Eigentlich möchte ich so viel wissen und erfahren, aber bald merke ich, wie meine Aufmerksamkeit aufgebraucht ist und ich aufgeben muss, Texte zu lesen.

image.3VE2ZX image.NW1YZXAnschließend besuchen wir das ehemalige Lagergelände. Alles ist unglaublich friedlich, Vögel zwitschern. Zu sehen sind die Umrisse der ehemaligen Gebäude und diverse Grabhügel, auf denen die Zahl der dort begrabenen Toten eingraviert ist. Ein Obelisk und einige Gedenksteine gedenken der Opfer. Hier an diesen Ort wirken all das Schreckliche, all das Leid und all die vielen Menschen, die ihr Leben verloren haben, noch viel unwirklicher, als in der Ausstellung, absolut nicht (be-)greifbar. Das, was wir wirklich bewusst wahrnehmen, ist ein durchaus hübscher Fleck Natur, Hügel und Zahlen auf Stein. Hier wird mir wieder einmal bewusst, wie vergänglich so vieles ist, was die Menschheit durchlebt, das Gute, wie das Schlechte. Leise beginnen wir uns über die Ausstellung auszutauschen. Das Reden, über das, was wir gesehen haben, fällt uns allen schwer. Wir wünschen uns Erklärungen und können doch nur mutmaßen. Wir wollen begreifen und doch haben wir nur eine ganz leise Ahnung von dem, was damals passiert ist. Ich merke, wie sich meine Aufmerksamkeit und meine Wut auf Punkte in der Gegenwart richtet. Eine Familie, die mit ihren kleinen Kindern die Ausstellung besucht, obwohl diese erst ab vierzehn empfohlen wird. Die Cafeteria, in der es hauptsächlich Fleisch zu essen gibt. Im Grunde unwichtige Kleinigkeiten, aber „real“ Fassbares, an dem sich mein Verstand festbeißt. Aber dennoch sind wir alle froh, die Gedenkstätte
besichtig zu haben. Wir sind sehr antriebslos, als wir die 7 km nach Bergen antreten. Wieder geht es vorbei an der kilometerlangen Militärkaserne. Wir finden es immer bedenklicher und unfassbarer, das direkt in nächster Nähe zur Gedenkstätte ein militärisches Sperrgebiet und eine Kaserne ist, welche schon in der NS-Zeit bestand (wie wir in der Ausstellung erfahren haben). Sehr erschöpft, aber auch glücklich, die bedrückende/komische Atmosphäre in Belsen verlassen zu haben, erreichen wir Bergen. Dort werden wir vom Fahrer eines Geländewagens angesprochen, der uns schließlich imhistorischen Gartenhaus seiner Familie schlafen lässt. Unglaublich nette Menschen, mit einem wunderschönen Garten, die uns am nächsten Morgen sogar noch Frühstück servieren.

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Bamberg trifft Regensburg

Die Frankengruppe ist wie geplant gestartet!
In Bamberg gings los & mittlerweile befinden wir uns in Coburg und sind guter Dinge.
Die fränkischen Funkenflieger hatten viele bereichernde Gespräche und haben wundervolle Menschen getroffen.

Nachdem die Regensburggruppe wegen verschiedener kleiner Katastrophen doch sehr geschrumpft war, haben sich hier in Coburg die Regensburg- und die Frankengruppe fusioniert.Wir sind gestern aufeinandergetroffen und jetzt bei dem unglaublich gastfreundlichen Pfarrer Peter und seiner Tochter Theresa schon die zweite Nacht untergekommen.
Ein Drittel schläft jetzt schon, der Rest sitzt noch am Lagerfeuer. Es waren sehr intensive Gespräche heute über Religion, Lernen, Bildung und die Frage „Was tut gut?“.

063Es ist auch für mich wirklich inspirierend, von einer ganz anderen Seite an die Menschen heranzugehen.
Es geht mal nicht darum, Forderungen zu stellen. Und ich versuche, nicht mit vorgefassten Meinungen (z.B. über das Schulsystem) in die Klassen zu gehen – denn vielleicht gibt es auch noch ganz andere Ansätze!
Es ist EINFACH offen. (Und nicht nur ein Fach, sondern da sind alle Fenstern von Häusern aus Städten aus Ländern offen!)  Es ist sogar einfach VIELFACH offen! Einfach so!
Ich treffe die Menschen, um zu entdecken/erfahren/erleben was aus so einer Begegnung entstehen kann.
Für mich ist es immer wieder spannend zu sehen, wie unsere Gesprächspartner auf diese – unerwartete – Freiheit (ohne gesteckte Ziele und „Diskussionsprogramme“) reagieren:
zögern, misstrauen, doch-mal-die-Nase-vorstrecken, plötzlich-entdecken-das-da-wirklich-kein-Stolperstein-ist, erstaunt-um-sich-gucken … und sich dann immer weiter vorwagen…
– Ja, auch an Freiheit muss man sich erst wieder gewöhnen.
Das ist fast wie der Auswilderungsprozess bei Tieren – sie brauchen auch ihre Zeit, bis sie tatsächlich mit Freiheit zurecht kommen.
Und letzendlich – wie „ausgewildert“ bin ich denn eigentlich selbst?
Nun – es bleibt spannend…!

Und wir freuen uns, wer sich uns noch so anschließen wird! – Vielleicht werden wir sehr bunt…:
www.franziskusschwestern-vierzehnheiligen.de

Und ein paar Laufeindrücke haben wir natürlich auch gesammelt – die schönsten Momente kann man aber nur erleben…!

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noch eine kleine Vorstellung der Frankengruppe in der Studentenzeitung: http://www.ottfried.de/leben/mit-kleinen-schritten-viel-bewegen

Viele Funkengrüße!
Sophia

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Happy Birthday in Regensburg

Der Lauf ist nun auch in Regensburg (ohne Regen, mit Sonnenschein und auch feierlich mit Geburtstagskind) gestartet. Juheeeee!

Wir sind gestern Morgen aufgebrochen, und wollten als erstes ein katholische Mädchenschule besuchen. Wir haben dort neben Gesprächen auf dem Gang auch ganz „klassisch“ Wünsche gesammelt und und uns danach gefragt, warum wir das so schön und angenehm empfunden haben, obwohl ein paar von uns „alten Hasen“ im Vorhinein recht unsicher waren, ob das überhaupt stimmig ist, und auch ehrlich. Aber das war es, wir haben nichts erzählt, was wir nicht auch erfüllen können, haben nicht gesagt, dass wir das Schulsystem verändern werden, oder dass wir unglaublich viele sind. Wir haben von kleinen Veränderungen in jedem selbst gesprochen und auch den Lauf nicht als DIE Lösung angepriesen, sondern als Unseren Weg erklärt. Das tat sehr sehr gut. Auch wenn wir gern länger als ne Viertelstunde in der Klasse geblieben wären. Aber als erstes vorsichtiges Herantasten an das Schulenbesuchen, war es vielleicht genau richtig. 

Am Abend half uns die freundliche freiwillige Feuerwehr Diesenbach beim Finden einer Übernachtung und die Gemeinderätin sogar noch zu Duschen. Müde, erschöpft und glücklich fielen wir nach der ersten Etappe in den Schlaf. 

Damit ihr Euch auch ein Bild davon machen könnt, haben wir auch ein paar Bilder gemacht:

   

                                 

Da zumindest ein Teil der Gruppe komplett bis Berlin laufen möchte, könnt ihr Euch gern anschließen, meldet Euch und kommt gern mit dazu: 01794510844 (Jan)

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Zehn kleine Funkenflieger….

  … jetzt sind es nur noch zwei.

Regen, Kälte, Fieber und Erkältung, Prüfungen und Familienfeiern hatten unsere kleine Gruppe drastisch dezimiert. Und inzwischen hat sich die Freiburger-Laufgruppe in Luft aufgelöst. 

  Nach dem Start auf dem Rathausplatz ging es frohen Mutes steil in den Schwarzwald hinauf und für mich war es ein sonderbares Gefühl, nun zum dritten Mal und doch so ganz anders von Freiburg in Richtung Berlin zu starten. Viele Erinnerungen kamen bei mir hoch. All die Erlebnisse der letzten beiden Jahre haben mein Leben grundlegend verändert. Die beiden Läufe hatten meine Zuversicht, dass sich immer ein guter Weg findet, auch aus scheinbar aussichtslosen Situationen, gestärkt. Und doch hatte ich dieses Mal ein wenig Angst, ob wir Übernachtungen finden würden, ob ich gleich von Anfang an, ohne mich ein paar Tage einzulaufen, das doppelte Gewicht von meinem Töchterchen und dem Rucksack schaffen würde, ob sich genug Läufer finden, die mitkommen usw.

Letztlich hat sich ein Teil dieser Angst zerstreut, nachdem wir erst einmal losgelaufen sind. Gut, wir waren eine Mini-Gruppe, aber auch das war sehr angenehm, wir konnten ganz spontan entscheiden, wann wir z.b. Pause machen wollten und hatten sehr persönliche Gespräche. Wir waren sehr sehr langsam, ich musste mir eingestehen, dass ich noch längst nicht in Form bin, so viele Höhenmeter mit dem ganzen Gewicht zu machen. Aber es war ok. Wir gingen es ruhig an. 
Am Abend verließ uns Anna-Lena mit ihrem kleinen Söhnchen (mit seinen 9 Monaten wohl der jüngste Teilnehmer des Laufs). Es war von Anfang an klar, dass sie nur am ersten Tag mit starten konnten. 
Und damit zeigte sich auch, was ich bisher noch nicht richtig zugelassen hatte. Ich sah, dass unserer Gruppe etwas Maßgebliches fehlte. Es gab niemanden, der wirklich von hier nach Berlin laufen wollte. Ich selbst hatte mir vorgenommen ein paar Lauf-Starts zu begleiten und es war klar, dass ich nach spätestens einer Woche die Gruppe verlassen würde. Bei Lara stand es ähnlich. Es nützt also scheinbar nicht so viel, zu sagen, ich starte mit. Es ist, damit sich weitere Leute finden und eine Gruppe entsteht, wichtig zu sagen: Ich laufe von hier die ganze Strecke.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass nur ein Einziger hier der Gruppe eine ganz andere Energie gegeben hätte.
Diese Erkenntnis lässt sich bestimmt auch auf andere Lebensbereiche anwenden…
  
Natürlich habe ich mich gefragt, warum ich selbst nicht vor hatte, diese Strecke komplett zu gehen. Nun, zu einem gewissen Teil liegt es an der dreimaligen Wiederholung des gleichen Weges, aber es hat auch damit zu tun, dass ich meine Erfahrungen und auch die Verantwortung gern weiter geben möchte. Deshalb habe ich noch immer vor, all diejenigen, welche bei ihrem Start noch Unterstützung brauchen, zu begleiten und ihnen zu helfen, erste Hindernisse zu überwinden.
Aber zugegeben, Diejenigen gab es dieses Jahr in Freiburg nicht, oder wir haben sie nicht gefunden, oder wir haben nicht richtig gesucht. (was wohl richtiger ist) 

 

Trotz allem verließ unsere Mini-Gruppe zu diesem Zeitpunkt nicht die Hoffnung, dass vielleicht doch noch jemand dazu kommt und den Staffelstab weiter trägt. Wir suchten also in alter Manier nach einem Platz für die Nacht. Nach ein paar Fehlschlägen und dem freundlichen Angebot in die Jugendherberge gefahren zu werden, fanden wir eine sehr netten Milchbauer, der uns seinen Heuboden überließ und noch ein wenig mit uns über neue Herrausforderungen seiner Branche plauderte. 
Glücklich und zufrieden streckten wir die erschöpften Glieder ins Heu und schliefe mit dem freudigen Gefühl ein, hier im Dorf schon am ersten Tag ein paar Leute überrascht und zum Nachdenken gebracht zu haben.  

 

Am nächsten Morgen weckten uns die Mücken und Lara erwachte mit Fieber. Es war klar, dass sie nach Hause muss, noch ein paar hundert Höhenmeter in dem Zustand wären übel geworden. Wie brachten sie zum Bus. 

 

Von nun an stand ich allein mit meinem Töchterchen da und wir liefen natürlich weiter.
Oder naja, so natürlich war das nicht. Ich fragte mich sehr nach der Sinnhaftigkeit dieses Laufens. Wofür mach ich das? Für mich? Für die, die vielleicht doch noch dazu kommen könnten? Für den Wandel in der Bildung??? Klingt das, weswegen wir vor zwei Jahren zum ersten Mal gelaufen sind, nicht gerade am absurdesten?
Komischerweise nicht. Ich glaube noch immer, dass sich in den Schulen, Unis und auch sonst etwas ändern muss und ich glaube immer noch, dass der Weg, den wir eingeschlagen haben ein guter ist. Vielleicht sogar der Einzige. Es fällt mir einfach nichts Besseres ein, als auf Menschlichkeit zu setzten. Und wo kann man das am Besten üben, als auf dem Lauf?
Und wenn ich mir das ganze verzwickte Schulsystem anschaue, dann fühle ich mich eher ohnmächtig. Wo anfangen? An welcher kleinen Schraube drehen? Oder am Besten alles auf Anfang? Aber wie soll das gelingen? Irgendwie ist Laufen dann im Vergleich doch gar nicht mehr so sinnlos. Wenn auf diesem Weg immer wieder Menschen zum Nachdenken angeregt werden und wir sachte und leise einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass wir alle als Gesellschaft anders denken und dann auch anders handeln, dann ist das schon eine ganze Menge.  

 

Philine und ich verbrachten nun einen schönen Tag im Wald und sind nicht einmal 10 Kilometer voran gekommen. Aber das zählt nicht. Wir haben viel entdeckt. Und vielleicht ist, dass Vater und Tochter einen Tag allein in der Natur hatten, in diesem Moment die wahre Qualität einer „Bildungsveranstaltung“?
Dennoch meinte Philine, dass wir doch gar keine Gruppe mehr sind und dass sie ohne Gruppe nicht weiter laufen will. Und irgendwie hat sie ja recht. Allein bewegen wir nicht all zu viel. Wir brauchen eine Gemeinschaft, gerade wenn es um die Entwicklung von Kindern geht. 
„I’ve learned so much from my mistakes, I think about making a few more“
Also gut, verhalten wir uns fehlerfreundlich und freuen uns über die Erkenntnisse, die wir aus ihnen ziehen durften. Ich gestehe mir ein, dass sich die Freiburger Gruppe aufgelöst hat und das niemand dazu kommen wird, der die nächsten Wochen weiter läuft. Aber ich bin dankbar für die zwei Tage und freue mich auf den nächsten Start am 15. Mai in Regensburg, der ganz andere Voraussetzungen hat.
Wer von Euch Lust hat, da mit dabei zu sein, kann sich gern bei mir melden, ich freu mich drauf.  

 

Jan@Funkenflug.de
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